Ganzheitlich Energetische Massage - Eugen Miemczyk
Alternative Heilverfahren für Sie in Iserlohn

 
Die Geschichte von Matthias

Teil III Zu Hause

Ich muss jetzt hier anfangen, also von den neuesten Ereignissen. Anfang November 2011 haben wir die Klageerwiderung der ERGO Versicherung bekommen. Und sogar ist ein Gutachten der Victoria Versicherung (jetzt ERGO) vom 2009 Jahr aufgetaucht.
Die ERGO Versicherung vertritt weiter die Meinung, dass bei der OP alles korrekt abgelaufen ist und den Ärzten keinen Vorwurf gemacht werden kann.

Auch die Geschäftsleitung der Märkischen Kliniken in Lüdenscheid ist sich keiner Schuld bewusst. Die wissen immer noch nicht, wenigstens offiziell, ob das ein Arztfehler oder nur „Schicksal“ war.

Meiner Meinung nach wissen sie ganz genau, was damals bei der „OP“ schief gelaufen war, wollen aber nicht zugeben. Jegliche Nachfragen wurden mit dem Verweis auf das laufende Verfahren abgelehnt.

Fehler macht jeder, das ist für mich unumstritten. Nun man muss für eigene Fehler gerade stehen und wenigstens ein bisschen Zivilcourage zeigen und die zugeben. Man kann eigene Fehler eingestehen und aus denen lernen, oder die verleugnen und immer wieder die gleichen machen, als ob das normal wäre.

Es gibt viele gute Ärzte, die eine wunderbare Arbeit leisten. Das ist für mich ganz klar und eindeutig.

Durch solches Verhalten, wie das der Ärzte der Lüdenscheider Klinik wird der gute Ruf der Ärzte ruiniert. Und der Fall Mathias ist kein Einzelfall, wie man fast jede Woche in der Presse oder im Fernsehen zu lesen oder zu sehen bekommt.

Ich werde hier zeigen, mit welchen Methoden die Ärzte und ihre Versicherung jetzt versuchen, sich der Verantwortung zu entziehen.

Schicksal


Die Versicherung probiert, das ganze Missgeschick bei der OP über „ein Schicksal“ von Matthias zu erklären.

Auszug aus der Klageerwiderung der ERGO Versicherung:
„Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass weder die HNO-ärztlich Tätigen noch die anästhesiologisch Tätigen Fehler begangen haben. Sämtlich durchgeführte Maßnahmen erfolgten lege artis. Bei allem Bedauern für das tragische Ereignis des ...) ist festzuhalten, dass das Erwachen mit dem sich daran anschließenden tragischen Ereignis nicht vorhersehbar und auch nicht vermeidbar war. Dies ist als schicksalhaft zu qualifizieren, so bedauerlich es ist."

Und was bedeutet der Blutdruck- und Pulsanstieg? Es hat von 9.05 bis 9.15 Uhr einen erheblichen Blutdruckanstieg gegeben, was ich später erklären werde.

Zuerst muss ich der geehrter Frau Rechtsanwältin die Bedeutung des Wortes „Schicksal“ erklären, weil es schon bedauerlich ist, wenn man etwas schreibt, was man nicht genau versteht.

Auszug aus der Wikipedia:
„Der Begriff hat keine ihm zugrundeliegende eindeutig wertende Bedeutung. Synonym wird das Wort Los verwendet. Zumeist wird als Schicksal eine Art höhere Macht begriffen, die ohne direktes menschliches Zutun das Leben einer Person entscheidend beeinflusst. Beispiele: „Das Schicksal meint es gut mit ihr“, „Er wurde vom Schicksal dazu bestimmt“, „Das Schicksal nahm seinen Lauf“ oder der Schicksalsschlag. In diesem Sinne ist es der Inbegriff unpersönlicher Mächte.
Ein Schicksal ist aber nicht ausschließlich unvermeidbar, daher wird auch davon gesprochen, „sein Schicksal zu meistern“ oder „sein Schicksal in die eigene Hand zu nehmen“.


Um das zu verdeutlichen und Ihrer Logik folgend, sehr verehrte Frau RA:

Schicksalhaft wurde bedeuten, dass z.B. „ein Blitz aus heiteren Himmel in den OP Saal eingeschlagen war und Matthias lebensgefährlich verletzt hat“.
Ich werde trotzdem die Frage stellen, wer für die Installation und die Wartung der Blitzableitungsanlage verantwortlich war.
Dies ist aber nicht passiert. Vielmehr waren das die Ärzte, die durch ihr Wirken zu der tragischen Situation beigetragen haben.

So wie die Frau Anwältin der ERGO Versicherung denkt, kann man auch jedes Verbrechen als schicksalhaft bezeichnen und entschuldigen.

Als „schicksalhaft“ könnte man bezeichnen, wenn Matthias einen Schlaganfall ohne Einwirkung von Dritten erlitten hätte, was nicht der Fall war. Und da könnte man sich fragen, ob der Betroffene das selbst mit verschuldet hat, z.B. durch starkes Rauchen oder Alkoholgenuss, falsche Ernährung oder Lebensstill u.s.w.

Für mich Schicksal bedeutet Ursache und Wirkung, jede Reaktion ist die Folge auf eine Aktion. In anderen Kulturkreisen wird das Wort "Karma" benutzt, was eigentlich das gleiche bedeutet.

Oder noch besser gesagt, Schicksal das sind die K o n s e k w e n z e n von Handlungen.

Und laut der Ausführung der ERGO Versicherung waren 6 Personen die ganze Zeit im OP Saal gewesen, die überhaupt nichts gemacht haben? Das ist nur lächerlich.

Zu dem tragischen Unfall haben eine Reihe von Versäumnissen und eine schlampige Arbeit des ganzen Teams geführt.

Matthias kann nur der Vorwurf gemacht werden, wenn überhaupt, dass er in seiner Naivität so ein großes Vertrauen an die Ärzte, auf das „Aufklärungsgespräch“ und die beruhigende Worte des Chefarztes, „dass das nur eine kleine „Schnibi Schnabi ist“ , hatte.
Was wiederum bedeutet, dass über die Gefahren bei so einer OP nie die Rede war.

Als schicksalhaft wurde ich die Antwort auf die Fragen:
warum es gerade Matthias passiert war?
Warum er gerade diese junge Frau kennenlernte und sich verliebte?
Warum er mit ihr eine Wohnung in Schwerte bezog?
Warum er genau zu dem Arzt ging, der ihn für die OP in Lüdenscheid überredete und überweist?
eventuell bezeichnen.

Schließlich hat das Erwachen fast 10 Minuten gedauert, in denen keine von den angeblich 6 Anwesenden im OP Saal nichts bemerkt haben soll? Schon sehr bemerkenswert!

Ich hoffe, dass wir im Prozessverlauf alles klären werden können.

Albert Einstein, Mathematiker und Physiker, ein Genie des letzten Jahrhundert, sagte: „Gott würfelt nicht“.

Das bedeutet, dass nichts von „alleine“ passiert, anders gesagt, es gibt keine Reaktion ohne eine Aktion.
Ich frage mich immer noch, ob die Ärzte und die ERGO Versicherung uns jetzt im Gerichtsprozess beweisen wollen, dass der Anästhesist vor der OP gewürfelt hätte und nach der geworfenen Zahl die Narkose eingeleitete, z.B. eine 1 bedeutet die Narkose für 10 Minuten, eine 2 für 20 Minuten usw.
Stimmt es so?

Für eine „ja“ Antwort des Klinikum Lüdenscheid wäre ich sehr dankbar und könnte den Unfall dann und nur dann als „schicksalhaft“ anerkennen.
Aber nur, wenn Matthias solcher Narkosedosierung zugestimmt hätte, was ich leider bei besten Willen nicht glauben kann.
Ich glaube auch nicht, dass sich Jemand so einer Narkose bei seiner OP unterziehen würde.

Hier noch ein Beispiel aus meinem alten Berufsleben.

Stellen Sie sich vor, dass die Frau RA einen Gefahrenbaum fällen will, der auf ihrem Grundstück steht und schon so marode ist, dass er zu einer Gefahr für die Umgebung geworden ist.

Der Baum kann nur in eine Richtung gefällt werden, und zwar auf eine Wiese genau zwischen zwei Häuser, dem der RA und ihrem Nachbarn.

Sie hat den besten Gärtnermeister in der ganzen Umgebung bestellt. Er hatte fast 40 Jahre Berufserfahrung und solche Gefahrenbäume schon in einer 5-stelliger Zahl gefällt. Für ihn sollte das eine Routine sein, eben eine kleine „schnibi-schnabi“. Schließlich ist er seit Jahren der Gewinner der Motorsägewettbewerbe.

Vor der Aktion hat er sich alles genau angeguckt und mir der Frau RA besprochen. Dass er die Straße sperren wird und dass zwei seiner Mitarbeiter den Baum mit einem Seil absichern werden, damit er genau zwischen die Häuser fällt. Platz war da genug.

Am nächsten Morgen war es sonnig, kein Wind, also ideale Voraussetzungen für die Arbeiten. Er hat angefangen, den Baum zu fällen. Das Seil angebracht und abgesichert, die Straße gesperrt und den Richtungskeil rausgeschnitten.

Gerade in dem Moment, als er den letzten Schnitt zu Ende gemacht hatte kam wie aus dem heiteren Himmel eine sehr starke Windböe, die den Baum umdrehte und auf die andere Straßenseite umwarf. Die zwei Leute, die das Seil gezogen haben, konnten es nicht mehr halten, die Kraft des Windes war zu stark.

Der Baum fällt genau auf den auf der anderen Straßenseite geparkten, fast neuen, 80.000€ teureren Mercedes der Frau RA und machte ihn um 50 cm flacher. Totalschaden! Schrott!

Der Gärtnermeister entschuldigt sich sofort, (was die Ärzte bis jetzt nicht getan haben), bei der Frau mit den Worten:
„ich weiß nicht, wie das passieren konnte. Mir ist so etwas noch nicht passiert. Bitte entschuldigen Sie, aber das war der Wind, der das alles eingerichtet hat.“

Wie wird die Frau RA reagieren?

Wird sie sagen: „es macht nichts, das war eben nur Schicksal“

Oder fängt sie mit dem Gärtnermeister zu schimpfen an, ihn als den „größten Pfuschgärtner“ zu bezeichnen.

Wird sie nicht die Fragen stellen, wieso er nur 2 Leute zum Absichern mit dem Seil gestellt hatte; wären es drei oder vier, wäre das vielleicht nicht passiert. Oder er hätte einen Flaschenzug benutzen müssen, auch wenn das nicht dem Standard entspricht.

Und natürlich wird sie von ihm eine Entschädigung für ein neues Auto verlangen.

Was meinen Sie, wie würde die so geschätzte Frau Rechtsanwältin reagieren?

Ich meine, dass sie bestimmt nicht die erste Version wählen wird, sondern die zweite.

Und wie würden Sie, liebe Leser, reagieren?

In dem Beispiel wurde „nur“ ein Auto zu Schrott gemacht, im Fall Matthias ein gesunder junger Mann zu einem Pflegefall.

Ein Auto kann man ersetzten, sprich ein neues kaufen. Versuchen Sie die Gesundheit zu kaufen oder zu ersetzen, ob das gelingt?

Wie viel ist die „GESUNDHEIT“ wert?

Ich habe den Eindruck, dass ein Handwerkerschaden viel schneller reguliert werden als ein Arztfehler. Haben die Handwerker vielleicht mehr Mut und Zivilcourage als die Ärzte, um ihre Fehler zu gestehen?

Oder machen die Ärzte doch keine Fehler?

Seit dem tragischen OP Unfall von Matthias beschäftige ich mich zwangsläufig mit dem Thema "Ärztepfusch".
Bei den meisten Fällen, die ich gesehen oder über die gelesen hatte wird durch die Ärzte und deren Versicherungen auf ein „Schicksalsschlag“ verwiesen und keine Entschädigung geleistet. Man muss in allen Fällen sehr lange mit den Versicherungen wörtlich „kämpfen“. Das scheint ein Standard zu sein, eben eine Routine. (nach der Routine OP)

Wie unser Anwalt sagte, die Versicherungen hoffen auf das Ableben der Geschädigten, oder dass sie die Kraft verlieren, um ihr Recht zu kämpfen, dann werden sie mit niedrigeren Beträgen entschädigt.

Der Präsident der Ärztekammer beschwert sich bei jeder Gelegenheit, ob im Fernsehen oder in der Presse, dass man nicht „Ärztepfusch“ sagen sollte, nur „Ärztefehler“, da die Ärzte auch nur Menschen sind und wie jeder, machen auch die Fehler.

Paradox ist aber, dass die Ärzte selber ständig bestreiten, dass sie Fehler gemacht haben und versuchen immer, das auf das „Schicksal des Patienten“ zu verschieben.

Tja, wenn man Fehler macht, die man zugibt und aus denen lernt, kann ich das akzeptieren. Die „Konsequenzen“ dieser Fehler muss aber derjenige, die die gemacht hat doch selber tragen, auch wenn man die zugegeben hatte. Die Ärzte sind doch gegen ihre Fehler versichert.

Um wie viel einfacher es für die Geschädigten wäre, wenn die Ärzte ihre Fehler zugegeben hätten?

Keine lange Prozesse mehr, kein unnötiger Stress für die Opfer und deren Familien- das wäre eben normal. Man könnte sich nur auf die Genesung der Betroffenen konzentrieren.

Sofort Geld für die so nötigen Umbauten bei Behinderung, zusätzliche Therapien usw.

Wenn man eigene Fehler über Jahre hinweg ständig bestreitet, wie das eben die meisten Ärzte tun, da passt mir einfach das Wort „Pfusch“ viel besser.

Und noch mal eine „wenn“- wenn man etwas ständig über Jahre bestreitet dann wird es für diejenigen zur Wahrheit, als ob nichts passierte.

Schließlich weiß ich, der „Gott in Weiß“ doch am Besten, was da abgelaufen ist.

Wenn man die „Fehler“ zugegeben hätte, könnte man darüber offen unter „Kollegen“ sprechen, eben um gleiche Fehler in der Zukunft zu vermeiden, auch in anderen Krankenhäusern oder Kliniken.

So, jetzt habe ich aber genug über „Schicksal“ geschrieben. Ich hoffe, das jeder jetzt weiß, was „Schicksal“ bedeutet und das die Verantwortung für das, was passiert ist, immer jemand zu tragen hat. (Manchmal auch wir selber)


Blutdruckanstieg

Die Anwältin der ERGO Versicherung in der Klageerwiderung schreibt:

"Der Blutdruck stieg zu keinem Zeitpunkt an, sondern wurde auf ein Normalniveau gebracht, da bei derartigen Operationen seitens der Operateure ein niedriger Blutdruck erwünscht ist, um die Blutung möglichst gering zu halten. Somit war auch das Vorgehen hinsichtlich des Blutdrucks medizinisch korrekt und behandlungsfehlerfrei."

Die ERGO Versicherung versucht jetzt sogar mit Lügen das Gericht und uns für dumm zu verkaufen.
Da wurden wahrscheinlich neue anästhesiologische Berichte erstellt, weil in dem Bericht, was wir vom Klinikum Lüdenscheid am 22.10.2008 erhalten haben, man ganz deutlich den Blutdruckanstieg sehen kann.
Sogar im Schreiben der Victoria Versicherung vom 28.08.2009 an unseren Anwalt war noch die Rede über den Blutdruckanstieg „Auf die Blutdruckerhöhung wurde adäquat reagiert.“

Ausschnitt aus dem Anästhesiebericht vom 09.07.2008, wo der Blutdruckanstieg während der OP zwischen 9.00 und 9.15Uhr deutlich zu erkennen ist:


Ich frage mich immer noch, ob die Eintragungen im Anästhesiebericht (aus Kostengründen) eine Putzfrau oder ein 1€ Jobber gemacht hat. Wäre das ein Anästhesist, dann müsse er wissen, was er dort schreibt und wie man reagieren muss. Hier will ich aber nicht die Putzfrauen beleidigen. Ich meine, die hätten es gewusst, dass man bei so einem Blutdruckanstieg während einer OP Alarm schlagen muss.


Auszug aus unserem Gutachten für Anästhesie, Seite 3:
„Nach 09.05 Uhr stiegen Blutdruck (von 95/50 auf 160/110 mmHg) und Herzfrequenz (von 6o auf ca. 8o/min) an. Während der Blutdruck ab 09. 25 Uhr wieder abfiel, nahm jetzt der Puls von 7o auf 145/min zu, um dann wieder auf Werte um 8o/min um 10.35 Uhr zu sinken. Zwischen 09.45 und ca. 10.10 bestand eine starke Hypotension mit einem Minimalwert von 45/35 mmHg (um 09.50 Uhr).

Auszug aus dem Klageerwiderung der ERGO Versicherung:
„da bei derartigen Operationen seitens der Operateure ein niedriger Blutdruck erwünscht ist, um die Blutung möglichst gering zu halten“

...haben Die Anästhesisten den Blutdruck bis auf 45/30 gesenkt! Bravo!!! Der Operateur hat sich gefreut, dass der Patient so richtig ruhig gestellt war.


Die Awarenes Definition


Die Versicherung versucht über alles mögliche eine Erklärung zu den Ursachen des Unfalls zu finden, leider sieht die Fehler nicht, die die Ärzte gemacht haben. Und die wissen ganz genau, was sie falsch gemacht haben.

Unten ist ein kleiner Auszug aus der Klageerwiderung.
Seite 6:
"Zu keinem Zeitpunkt waren Hinweise gegeben, dass eine so genannte Awareness folgen könnte.
Hinweise hätten sich z. B. aus der Blutdrucksituation ergeben. Gerade die Blutdrucksituation spricht jedoch für eine tiefe Sedierung und gerade nicht für eine Awareness."


Und weiter:
"Die Durchführung der Narkose ist nicht zu beanstanden, sondern erfolgte medizinisch korrekt. Auch die Dosierungen und die angewandten Medikamente waren medizinisch korrekt und entsprachen dem Standard. Warum es zu einem Erwachen des Klägers zu 1.) (so genannte Awareness) gekommen ist, ist unerklärlich. Aufgrund der verabreichten Präparate hätte ein solches Erwachen überhaupt nicht stattfinden dürfen und können. Die Dosierung der Medikamente war vollkommen adäquat und auch die Zusammensetzung der Medikamente. Die Reaktion des Patienten ist aufgrund der verabreichten Präparate nicht nachvollziehbar. Dies gilt insbesondere auch unter der Prämisse, da an sich eine Bewegung bei der so genannten Awareness überhaupt nicht möglich ist. Aufgrund der gegebenen Präparate, insbesondere hinsichtlich der Dosierung, ist die Reaktion des Klägers zu 1.) nicht nachvollziehbar und nicht erklärlich."

Wie die Blutdrucksituation ausgesehen hat kann man oben auf dem Bild ganz deutlich sehen.

An dieser Stelle muss ich wieder zu Wikipedia greifen, um den Begriff "Awarenes" der Frau RA zu erklären.

Auszug aus der Wikipedia:
"Intraoperative Wachheit (engl. Awareness) liegt vor, wenn ein Patient während einer Allgemeinanästhesie (Narkose) seine Umwelt teilweise oder vollständig wahrnimmt oder Aufforderungen aktiv befolgt. Es werden intraoperative Zustände von Wachheit ohne Erinnerung von solchen mit unbewusster (impliziter) und bewusster (expliziter) Erinnerung im Nachhinein unterschieden, wobei die meisten Betroffenen zur ersten Gruppe gehören… „Das Erleben von Awareness ist sehr variabel und kann Hör- und Sehwahrnehmungen und die Empfindung von Schmerz, Lähmung, Hilflosigkeit und Angst umfassen. Die Rekonvaleszenz nach dem Eingriff kann deutlich beeinträchtigt sein (akute Belastungsreaktion), in der Regel ist ein Erleben von intraoperativer Wachheit aber nicht mit längerfristigen Folgen assoziiert. In Einzelfällen kann es zu Ausbildung einer behandlungsbedürftigen Posttraumatischen Belastungsstörung kommen. Dies kann auch durch Wachheitszustände ohne bewusste Erinnerung verursacht werden.“

Also Aufstehen oder Bewegen ist in dem Begriff nicht erwähnt. Und das war auch kein „Awareness“, sonder ganz normales Aufwachen nach einer Narkose, die viel zu flach dosiert war.

Hier noch eine Lüge der ERGO Versicherung.

In der Klageerwiderung schreibt die Anwältin:
„Die Anästhesie wurde dauerhaft im Beisein des Beklagten zu 6.) und zu 7.) durchgeführt. Der Beklagte zu 6.) hat sich für einen kurzen Moment, in dem jedoch keine Veränderung der Narkose durchgeführt wurde, für wenige Sekunden aus dem Operationssaal entfernt, da er die Saalaufsicht in diesem OP-Trakt hatte und zwei OP-Säle liefen. Während dieser Zeit war der Beklagte zu 7.), der sich zu diesem Zeitpunkt in seiner Assistenzarztzeit befand und zu diesem Zeitpunkt weit fortgeschritten im 2. Weiterbildungsjahr zum Anästhesiologen befand, unmittelbar bei dem Kläger zu 1). Der Beklagte zu 7.) war zu diesem Zeitpunkt nicht unerfahren, sondern hatte eine Vielzahl derartiger Operationen/Anästhesien durchgeführt. Der Beklagte zu 7.) saß die gesamte Zeit ohne Unterbrechung am Kopf seitlich neben dem Patienten und überwachte die Situation.“

Matthias war ein Privatpatient und hatte eine Wahlleistung bei der OP auch durch den Chefarzt seitens Anästhesie unterschrieben, dass nur der Chefarzt persönlich oder von ihm bestimmte Oberärzte ihn beraten und behandeln sollen.

In einem Privatgutachten der ERGO Versicherung, die 2013 erstellt wurde und uns vor dem Prozess ausgehändigt wurde schreibt der Gutachter:

"… stellt es in der BRD die Regel dar, dass Assistenzärzte unter oberärztlicher Aufsicht während weiterer Teile der Operation alleine durchführen. In der Regel ist je nach Ausbildungszustand der Oberarzt dann während der kritischen Phasen der Anästhesie und der Operation im OP, dazwischen verlässt er jedoch immer wieder den OP-Saal, um andere Assistenzärzte ebenfalls zu betreuen."

Eine Operation, die in direkter Hirnnähe durchgeführt wird, ist doch als kritisch zu bezeichnen, oder liege ich als Laie falsch?

Dr. K., als Assistenzarzt war nicht berechtigt, die Narkose bei der gefährlichsten Phase der OP bei einem Privatpatienten zu überwachen, da kann man sagen, ein klarer Fall von Betrug seitens des Chefarztes der Anästhesie.

Ist es auch so bei anderen Privatpatienten in der Klinik vorgegangen? Oder werden sie so wie Matthias vera.....? Ich bin sehr neugierig?

Die Aussagen der beteiligten Ärzte widersprechen sich ganz gewaltig.

Der Assistenzarzt schreibt aber selber in seiner Stellungnahme zu dem HNO-Operations- bzw. Anästhesiezwischenfall am 9. Juli 2008, was die Anwältin auch gelesen haben müsste, so:

„Während der o. g. Operation wurde ich gebeten, kurzzeitig für OA Dr. A. die Narkoseüberwachung zu übernehmen. Es handelte sich um eine totale intravenöse Anästhesie (TINA), bei Beginn meiner Anwesenheit schlief der Patient ruhig unter einer Anästhetikagabe, die schon deutlich über der Standarddosierung lag (Propofol 10 mg/kg KAörpergewicht/h anstatt ca. 6 mg/kg KG/h und Remifentanil 0,5 pg/kg KG/min anstatt 0,15 – 0,3 pg/kg KG/min)."

Also hat er nicht „die gesamte Zeit ohne Unterbrechung am Kopf seitlich neben dem Patienten“ gesessen, wie die Anwältin glaubhaft machen will, sondern wurde angeblich kurzzeitig und direkt vor dem Unfall eingesetzt. („bei Beginn meiner Anwesenheit… Anästhetikagabe, die schon deutlich über der Standarddosierung lag (Propofol 10 mg/kg))

Und weiter:

„Ungefähr eine Minute, nachdem Dr. med. A. den OP-Saal verlassen hatte, beschwerte sich Dr. med. D. plötzlich, dass der Patient gleich aufstünde,' so dass ich mich sofort zur Perfusorspritze begab, um die Narkose mit einer Bolusgabe zu vertiefen. In dieser Zeit kam es zu einer Gefäßverletzung durch die Operationsinstrumente mit anschließender starker Blutung."

Diese Aussage des Assistenzarztes ist sehr zu hinterfragen.

Aus dem OP Bericht kann man ablesen, dass während des Unfalls kein Anästhesist im OP Saal war, was Dr. D., als Verfasser unbewusst bestätigt hat. Wieso schreibt er denn:

(nur) „...die Anästhesie wird laut und deutlich auf die Situation hingewiesen…“ und „Schwester A. war völlig erschrocken von der Situation…“ benennt aber keinen von den Anästhesisten, und weiter „Als der Patient wieder genügend Narkosehilfe durch den herbeigerufen Oberarzt erreicht hat…“

Diese 10 mg/kg ist auf dem Anästhesieprotokoll um 9.18 Uhr notiert, also nach fast 20 Minuten seit dem Beginn der OP und wurde erst nach dem Unfall gegeben! (laut dem OP Bericht durch den Oberarzt Dr. A.)

Der Oberarzt, Dr. A. schreibt selber:
„Drittens habe ich nicht den OP-Saal verlassen, als der Operateur das Navigationsgerät einsetzte. Die Operation dauerte zu diesem Zeitpunkt bereits 20 – 25 min an. ... Gemäß den üblichen OP-Zeiten des Operateurs bahnte sich aus meiner Sicht das Ende der OP an.“

Im OP Bericht ist das Gegenteil zu lesen. Dort fängt Dr. D., der Chefarzt der HNO Abteilung der Märkischen Kliniken in Lüdenscheid gerade mit der „Navi OP“ an.

„Es wird dann das Navigationssystem in Position gebracht und eingescannt, zunächst mit dem geraden Saugpointer und die Fehlerabweichung bestimmt.
Es wird dann die mittlere Nasenmuschel abgespreizt und mit dem Pointer die Scannung entlang der Schädelbasis überprüft bis zur Keilbeinhöhlenvorderwand und dem Keilbeinhöhleneingang links; gerade in diesem Moment schlägt der Patient die Augen auf, wird offenbar wach, bewegt sich deutlich ruckartig mit dem Kopf nach vorne oben, ohne dass schnell genug das Instrument aus der Nasenhöhle entfernt werden kann und der Sauger sich über die Keilbeinhöhle nach dorsal reindrückt. Der Patient macht weitere Abwehrbewegungen mit dem Kopf."

So große Unstimmigkeiten in den Aussagen der Ärzte können nur eins bedeuten- sie lügen was das Zeug hält.

Eins ist sicher wie Amen in der Kirche- der Anästhesist- Oberarzt, Dr. A. war während des OP Unfalls, bei der gefährlichsten Phase der OP, nicht im OP Saal.

Ich hoffe, dass alle Lügen im Prozessverlauf geklärt werden könnten und die ganze Wahrheit über die Pfusch OP ans Tageslicht gebracht wird.

Das Mitgefühl

Weiter in der Klageerwiderung schreibt die Anwältin der ERGO und der Ärzte:

„An dieser Stelle möchten die Beklagten besonders zum Ausdruck gebracht wissen, wie tragisch die Erkrankung des Klägers zu 1.) ist. Das Mitgefühl gilt voll und ganz dem Kläger zu 1.). Unabhängig hiervon kann dieser Zustand jedoch nicht den Beklagten angelastet werden.“

Das ist keine Erkrankung, das sind nur Folgen einer schlampigen Arbeit.

Über das Mitgefühl der Beklagten haben wir leider nichts erfahren, aber ich würde mich richtig freuen, wenn das in irgendeiner Weise bewiesen werden konnte. Als Vater und gesetzliche Betreuer von Matthias muss ich leider das Gegenteil feststellen.

Keiner in irgendeiner Weise hat bei uns nachgefragt, wie es dem Matthias geht, oder wovon er jetzt zu Leben hat.

Als Beispiel sage ich nur, dass wir über ein Jahr ab Matthias Einzug zu uns sparen haben müssen, um endlich das Bad behindertengerecht sanieren zu können. Bis dahin hat er in einer normalen Duschkabine geduscht, von der ich nur die Glasvorderwand abgebaut habe. Und das war für ihn und uns eine Quälerei.

Vielmehr fühlen wir uns jetzt, nach über vier Jahren seit dem Unfall, durch die Stellungnahme der Ergo Versicherung verspottet und verhöhnt.

Hier eine besondere "Rosine" aus der Klageerwiderung.

Die Anwältin schreibt weiter:
„Es wird bestritten, dass der Kläger zu 1.) überhaupt am 01.07.2009 berufstätig gewesen wäre. Dies hätte u. a. erfordert, dass er bis dahin mit seiner Dissertation fertig gewesen wäre. Auch dies wird bestritten. Ebenso wird bestritten, dass der Kläger zu 1.) ein konkretes Stellenangebot von ….. hatte.“

Diese Unterstellung:
„Es wird bestritten, dass der Kläger zu 1.) überhaupt am 01.07.2009 berufstätig gewesen wäre. Dies hätte u. a. erfordert, dass er bis dahin mit seiner Dissertation fertig gewesen wäre. Auch dies wird bestritten…“
ist schon mehr als geschmacklos. Schließlich auch die, die diese Worte geschrieben hat, hatte ihre Dissertation auch auf irgendeine Weise fertiggekriegt, und sogar, was für ein Wunder, einen Job bekommen.

In einen Gespräch mit der Frau Dr. …, die die Promotion seitens der Firma …. betreut hat, wurde Matthias als „ausgesprochen interessierten und engagierten jungen Wissenschaftler bezeichnet, mit dem ich sehr gerne über einen längeren Zeitraum zusammengearbeitet hätte.“
Matthias hatte 2000€ Industriestipendium von der Firma……. bekommen, um ihn nach seiner Dissertation zu beschäftigen.

In Deutschland werden ungefähr 100.000 Informatiker gesucht, also hätte Matthias bestimmt einen sehr guten Job finden können, auch wenn er nicht in der Firma …. eingestellt wäre.

Noch eine Sache, die uns schwer am Herzen liegt.

In der letzten Zeit erreichen uns immer wieder Informationen, dass manche von unseren Bekannten, Familienangehörigen, (Gott sei Dank, nur sehr wenige) oder die, die uns kennen, schon jetzt neidisch auf die Entschädigung sind, die wir für Matthias klagen. Es sieht so, ob sie statt Augen nur die zwei „$ $“ Zeichen haben. Und das obwohl wir bis jetzt keinen Cent von der Versicherung bekommen haben. Die rechnen schon sogar für uns, wofür wir das Geld ausgeben können.

Wieso waren sie nicht neidisch, als der schreckliche OP Unfall passierte oder danach, wenn wir um Matthias Leben richtig gekämpft haben? Wieso waren Sie nicht neidisch, als wir jeden Tag nach Essen und später in die REHA Klinik gefahren waren und die gefeiert, Urlaub gemacht oder nur Spaß gehabt haben?

Damals haben wir von allen fast nur „ihr müsst euch damit abfinden, es wird nichts mehr, er wird so bleiben“ gehört! Die, die an Matthias Genesung geglaubt haben, kann ich auf einer Hand aufzählen.

Neid ist ein sehr schlechtes Gefühl, er kann sich ganz schnell auch in Wut oder schlimmer noch, in Hass umwandeln oder den dazu ziehen.

Ich kann den Neidern einen Vorschlag machen. Es ist ganz einfach. Sie müssen sich bei der Klinik in Lüdenscheid melden. Fragen Sie einfach nach der Abteilung, die so hochlobend von der Anwältin der Ergo Versicherung und des Klinikum beschrieben wird:
„Die Abteilung …. ist weit über die Grenzen von Lüdenscheid hinaus bekannt und somit werden viele Patienten auch aus weitem Umkreis speziell in diese Klinik eingewiesen, da sie führend im Bereich der HNO-Operationen ist. Das operative Regime beinhaltet alle modernen Verfahren, wobei insbesondere als besonderes Sicherheitsinstrument die so genannte Navigationschirurgie zu erwähnen ist, die im Hause….. bereits von den Anfängen der Navigationschirurgie bis heute mitbegleitet wurde und seit dem Jahre 2001 über ein eigenes Gerät verfügt. Somit besteht eine 10-jährige Erfahrung allein in der Navigationschirurgie.“
„….ein besonders erfahrener HNO-Arzt auf dem Gebiet der Chirurgie ansässig war, der über die besonderen technischen Einrichtungen der so genannten Navigationschirurgie verfügte und grundsätzlich mikro-endoskopisch operieren konnte, so dass aus technischer Sicht das optimal mögliche veranlasst werden konnte, um den Eingriff sicher zu gestalten.“

Weil die ERGO Versicherung den Chefarzt so lobt, habe ich diese Worte zitiert. Schließlich war er als Chefarzt für das ganze Ärzte- und OP Schwester Team verantwortlich. Und das waren seine Worte: “dass das nur eine kleine „Schnibi Schnabi ist“
Es geht hier nicht um den Schuldigen zu finden, das liegt in der Kompetenz des Gerichts.

Versuchen Sie dort einen Termin für eine OP zu kriegen. Mit ein bisschen „Glück“ können Sie auch so etwas wie Matthias erleben. Und nachher können Sie um die Gerechtigkeit mit den Ärzten und der Versicherung kämpfen. Ich wünsche Ihnen viel „Spaß“ und noch viel mehr „Geld“ damit.

Aber seien Sie bitte nicht neidisch.

Wir würden die ganze Entschädigung und noch alles, was wir haben, dafür geben, um die schreckliche OP ungeschehen oder rückgängig machen zu können.

Da muss ich einen alten Spruch zitieren:


Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts!


Das Geld soll eine Entschädigung für alles, was Matthias durch den tragischen OP Pfusch verloren hat und eine Absicherung für seine Zukunft, wenn wir als seine Eltern nicht mehr für ihn da werden.

Man hat Matthias sein ganzes Leben und seine Existenz zerstört. Er hat alles verloren, was für einen jungen Mann wichtig ist: seine Gesundheit, einen sicheren und guten Job, eine wissenschaftliche Karriere, und ein selbständiges Leben. Seine Ex-Verlobte hat ihn nach der stationären REHA im Februar 2008 nicht mehr in die gemeinsame Wohnung rein gelassen und ihn verlassen.

Er war ein junger, lustiger Mann. Hatte eigene Wohnung, ein nicht niedriges Stipendium für seine Doktor Arbeit und nach Abschluss als Doktor der Informatik einen sicheren und gut bezahlten Job.
Statt seiner Lieblingsfreizeitbeschäftigung, Salsa Tanzen in der Tanzschule oder in der Disco, wie viele junge Leute in seinem Alter machen, sieht er mit seinen Eltern fern.

Erst nach 2 Jahren, als die „Kommunikation“ besser klappte haben wir erfahren, dass der Matthias schlechter auf dem linken Auge sieht. Die nachfolgenden Untersuchungen haben ergeben, dass der linke Augennerv stark beschädigt ist.
Er hat einen dauerhaften V-Shunt, um das Hirnwasser abzuleiten und jetzt (nach 3 Operationen) eine künstliche Schädeldecke.
Er muss täglich noch Medikamente nehmen, unter anderen blasenstärkendes Oxybutynin, Stimmungsmacher (gegen Depresionen) Cipralex, und gegen Spastik Baclofen.
Sein Kopf ist teilweise durch mehrere Schädel OP entstellt. Es ist nicht sicher, ob noch nächste OP stattfinden werden. Man muss bedenken, dass z.B. der V-Shunt verstopfen oder eine Entzündung erfolgen könne. Wie lange der künstlichen Schädeldackel aushalten wird weiß man auch nicht. Der Schädeldeckel ist von einer Seite nicht mit dem Schädelknochen zusammengewachsen. Bei gegenstoßen kann eine direkte Verletzung des Hirn passieren.
Überall, wo er hingehen will, braucht er eine Begleitung, kann nicht selbständig in die Stadt oder ins Kino fahren. Vom selbständigen Autofahren ganz zu schweigen.

Ich kann sagen, er wurde fast umgebracht und ohne meine Hilfe wäre er im besten Fall ein Wachkommapatient, wenn er überhaupt überlebt hätte. Die Schulmedizin hatte im keine Chance eingeräumt.

Die Medikamente, die für das künstliche Koma gesorgt haben, wurden doch nach 3 Tagen nach dem Unfall abgesetzt, er wurde aber nicht wach und noch 9 Tage künstlich beatmet.

Wie anders kann man das erklären, dass die Ärzte in dem Klinikum Essen das offene Loch in der Nasenhinterwand erst ernst „bemerkt“ haben, als Matthias aus dem Koma erwachte. War das nicht so, dass sie auf Matthias Sterben gewartet haben? Das Loch war die ganze Zeit offen, die Bakterien und Viren hatten freien, direkten Zugang zum Hirn. (so die spätere Erklärung der Ärzte, warum die OP so schnell wie möglich stattfinden soll).

Wie ist es möglich, dass es über 3 Wochen lang zu keiner Hirninfektion kam?

Es ist mir erst im Sommer dieses Jahres nach der zahllosen Diskussionen in den Medien über den Organspendenpass eingefallen; hätte Matthias einen gehabt, wäre er schon längst in die Ersatzteile zerlegt.

Er war doch für Hirntod erklärt und 9 Tage lang künstlich beatmet, hat 18 Tage im Koma gelegen.

Was ist mit seinen seelischen Problemen?

Er kann das nicht erzählen, was er fühl oder denkt. Die beste Möglichkeit, das alles nachzuempfinden ist, dass der, die diese Worte liest, sich selbst in seine Lage versetzt.
Was kann man denken, wenn man erwacht und ALLE Erinnerungen weg sind?
Kann man noch überhaupt denken?
Wie kann fühlt sich ein junger Mann, dem eine Krankenschwester die Pampers wechseln muss?
Wie fühlte sich ein junger Mann, der jedes Mädchen haben könnte, wenn er vor einer jungen Therapeutin in die Hose macht, so dass die Therapie abgebrochen werden müsste?
Was denkt man, wenn man früher jedes Wochenende durchgetanzt hat und jetzt nur im Rollstuhl sitzen kann? Und alle sagen, ich bin schon sooo gut drauf im Rollstuhl.
Wie fühlt es sich, wenn man etwas sagen will und das nicht rauskommen kann?
Was spürt man, wenn die Kumpels über ihre Erfolge in der Arbeit erzählen? Und ich kann mich nur über meine Erfolge bei der Rehabilitation freuen, obwohl ich auch gerne lieber über meine wissenschaftliche Karriere erzählen würde.
Was fühlt man, wenn man sieht, wie die Freunde Familien gründen und Kinder kriegen, so wie Matthias auch gewollt und geplant hatte.
Wie fühlt man sich, wenn man um jeden Kinobesuch oder Einkaufsfahrt um eine Begleitung bitten muss?
Wie fühlt sich der Gedanke an: „Was habe ich verbrochen, dass ich jetzt als schwerstbehindert nur auf fremde Hilfe angewiesen bin.“
Wie fühlt sich das an: „früher konnte ich richtig laufen und tanzen, jetzt kann ich nur mit einer Begleitung aus dem Haus, weil ich noch ständig das Gleichgewicht verliere“?
Was denkt man, wenn Worte in einer 6-steliger Zahl wiederholt wurden und die nicht im Kopf bleiben wollen?
Die 4 Grundfarben wurden 3 Jahre jeden Tag mehrmals geübt und erst jetzt, nach 4 Jahren kam der Erfolg. Matthias kann die Farben (nicht immer, aber immer öfters) richtig benennen.
Wie ist es, wenn man die Zahlen bis 10 nicht beherrschen kann?

Also seien Sie bitte nicht neidisch auf das Geld, das wir noch nicht haben.
Es ist einfach nicht schön.

Matthias geht es immer besser, dank seinem eisernen Willen, gesund zu werden, und unserer Unterstützung. Er hat jetzt- (15.12.2012) einmal pro Woche Krankengymnastik nach Bobath- ½ Stunde, 2-mal die Woche Logopädie a 45 Minuten und 2-mal die Woche Ergotherapie a 45 Minuten.
Seit einem Monat übt er zusätzlich an „Armeo“ Gerät, auch 2-mal wöchentlich. Das ist ein computerunterstützendes Gerät, der hilft, den Arm zu aktivieren. Er nimmt dem Arm teilweise die Schwerkraft, so dass leichte Bewegungen des Arms schon möglich sind.

Wir machen mit ihm zusätzlich jeden Tag, auch an den Feiertagen: Gehübungen, Sprach- und Leseübungen, auch schon mit Computer, und Gymnastik. Jetzt, nach 4,5 Jahren seit dem Unfall bekommt er von mir immer noch 2-mal wöchentlich eine Zusammensetzung aus Reiki und Massage a 2 Stunden. Insgesamt arbeiten wir zusätzlich zwischen 2 und 5 Stunden täglich, und das ist eine verdammt harte Arbeit.

Er kann zwar schon gehen, braucht dabei aber ständig fremde Hilfe, weil sein Gleichgewicht noch gestört ist und ab und zu stolpert er über eigene Füße.

Ich habe ein Paar Bilder zusammengestellt, die Matthias in den Jahren 2010 und 2012 zeigen.


Oben Links- Ausflug nach ZOO Münster 2009
Unten Links-Hochzeit von seinem Freund 2009
Oben Mitte- Landes Gartenschau in Hemer-2010
Unten Mitte- tägliche Gymnastik- Scherenschritt
Oben Rechts- tägliche Gymnastik- seitlich gehen
Unten Rechts- tägliche Gymnastik- Schulteraktivierung


Auf diesem Bild sind Erinnerungen von diesem Jahr (2012). Unser erster Urlaub am Bodensee, einer Hochzeit und einem Ausflug zum Botanischen Garten in Wuppertal.

Im März 2014 hat das Amtsgericht ein erneuten Gutachten wegen Matthias Betreuung erstellen lassen. Das Gutachten wurde im Juli fertig. Es bestätigt Matthias Fortschritte, leider sind sie noch nicht groß genug, dass er keine Betreuung mehr brauchen wurde.

Mitte Juli hat uns eine Richterin des Amtsgerichtes zu Hause besucht, um sich persönlich Matthias Zustand anzusehen. Danach haben wir die Betreuungsurkunde und später das Gutachten erhalten.

So ist die Betreuung im gleichen Umfang um weitere 5 Jahre verlängert worden. Ich habe die Betreuungsurkunde samt Gutachten Matthias Anwalt geschickt, der hat alles an das Gericht und die Gegenseite- die Anwältin der Märkischen Kliniken und die ERGO Versicherung weiter geleitet.

Am 10.09.14 kam prompt die Antwort der Anwältin.
Sie schreibt; das muss ich direkt zitieren, so scham- und herzenslos das ist:

"Es muss mit Nichtwissen bestritten werden, dass der Kläger den Zustand so aufweist wie er in dem gegnerischen Schriftsatz dargestellt ist. Insbesondere wird mit Nichtwissen bestritten, dass dies auf die streitgegenständliche Fehlbehandlung zurückzuführen ist."

Anna hat sich wieder todgeärgert, ich musste lachen.

Ich habe mir vorgestellt, wie panische Angst die Ärzte schon jetzt haben müssen, dass ihre Anwältin zu solchen Mittel greifen muss, um uns noch unter psychischen Druck zu setzen.

Um ihr Schreiben zu kommentieren, musste ich mich auf das Niveau der Frau Rechtsanwältin begeben, das will ich aber nicht.
Der Prozess fängt bald an, da wird alles geklärt.

Jeder kann sich wieder seine eigene Meinung bilden, wie hart sich die Versicherung zu Wehr setzt, um nicht für die Fehler ihrer Mandanten gerade zu stehen.

Am 19 November 2014 war es so weit. Der erste Gerichtsprozesstag. Zum ersten Mal konnte ich den Ärzten direkt in die Augen sehen.

Mein Eindruck war ernüchtern. Noch auf der Flur hätte ich die Gefühle der Ärzte gespürt, besonders von dem Chefarzt- dass Matthias für das, was am 9 Juli 2008 passiert war, selber und alleine verantwortlich ist.

Sie wirkten beleidigt, dass sie vor Gericht gezehrt wurden. Am besten sollten wir uns für die Unangenehmigkeiten bei den „Götter in weis“ entschuldigen und auf den Prozess verzichten.

Nach der Klagevorlesung hatte der vorsitzende Richter einen Vergleich vorgeschlagen, dem wir nach der Absprache mit unserem Anwalt zugestimmt haben. Wie ein Wunder, und völlig für uns überraschend, die Anwältin des Klinikums auch. Mathias sollte das ganze Schmerzensgeld bekommen, was wir geklagt haben, und 75% von den restlichen beklagten Kosten.

Zum Schluss hat er angekündigt, dass er die Unstimmigkeiten in der OP Dokumentation und die Ursachen des Unfalls unbedingt klären will.

Die Ärzte wurden immer unruhiger und dann habe ich ein anderes Gefühl von der Gegenseite gespürt.

Angst, dass die Wahrheit über die Ursachen des OP Unfalls ans Licht kommen könnte. Manche hatten sehr viel, andere weniger, aber alle Ärzte hatten Angst.

Was ist denn bei der OP schreckliches passiert, welche Fehler sie gemacht haben, außerdem, dass Matthias fast umgebracht wurde, dass sie jetzt eine so große Angst vor der Wahrheit haben?

Zurück zum Vergleich.
Nach 4 Monaten seit dem ersten Prozesstag hat sich herausgestellt, dass das nur die nächsten Spielchen auf Zeit waren. Die Versicherung wollte einfach keine Vorauszahlung leisten. Am letzten Tag der Nachfrist, am 25.02.2015 hat ihre Anwältin uns mitgeteilt, dass sie nicht ohne eine Aufstellung der Rechnungen zahlen kann und will und wir das doch verstehen sollen.

Unser Anwalt wollte aber nur eine Vorauszahlung von 1/3 des Schmerzensgeldes, das vom Gericht in der Vergleichsvereinbarung zugesprochen wurde, und dem die Anwältin im Gericht zugestimmt hatte, als Zeichen, dass die ERGO Versicherung ernst mit dem Vergleich meinte.

Wie sollte die Rechnung für ein Schmerzensgeld aussehen? Wer sollte die ausstellen? Ich weiß es einfach nicht.

Die vergangene Zeit habe auch genutzt, um mich noch besser für den jetzt sicher bevorstehenden Prozess vorzubereiten. Ich habe alle OP Akten und die Gutachten zum wiederholten Mal gelesen und mir ist eine Sache eingefallen- eine Streichung auf der ersten Seite des Anästhesieberichtes.


Dort wurde die „Septum OP“ durchgestrichen, obwohl der Operateur, Dr. D. das an der ersten Stelle, als durchgeführt, in seinem OP Bericht schreibt: „Zunächst Septumkorrektur:“


Ich habe gelernt, dass bei einer „Streichung“ eine Unterschrift stehen muss, von dem, der diese Nachbesserung gemacht hatte. Das bei einem so wichtigen Dokument, wie ein Narkosevordruck, musste das schon ein Standard sein!

Wie man sieht, so was ist in den Lüdenscheider Kliniken nicht nötig. Würde jetzt behauptet, dass die “Septum OP“ eine Putzfrau oder der Nachtwächter durchgestrichen hätte?
Wann wurde sie gemacht? Vor, während oder nach der OP?

Fragwürdiger Weise wurde die „Septum OP“ auf dem 2 und 3 Blatt des Anästhesieberichtes nicht gestrichen. Die Rechnung ist auch nur für die „Septum OP“ ausgestellt.

War die Septum OP nicht gemacht? Oder doch? Wo liegt die Wahrheit? Fragen über Fragen....

Und noch eins ist mir hier eingefallen, oder war das eben der nächste „Tipp“ der Engel oder der Intuition?

Keiner der 6 Gutachter hatte diese „Streichung“ mit nur einem einzigen Wort erwähnt.

Ist diese Streichung so bedeutungslos?

Oder ist sie so heiß, dass sie keiner ansprechen wollte. Mal sehen…

Für mich ist die aber sehr interessant. Wird die Antwort auf die Frage, warum die „Septum OP“ gestrichen wurde, der erste Schritt in die richtige Richtung- die Unfallursachen und den Unfallhergang zu klären? Ich frage mich, ob die ein Schlüssel, um die wahren Ursachen des OP Unfalls zu erklären, ist? Ein Hinweis, warum die Narkose so niedrig dosiert war?

Ich bin sehr gespannt, was an dem zweiten Prozesstag, am 20 April 2016 alles passiert.

Die Anwältin der Ärzte schrieb, dass das Unglück unvermeidbar war und die Ursache unerklärlich ist. Dass das eben Matthias Schicksal war.

Ich meine, so sind die Gesetze des „Schicksals“, (die habe ich schon vorher erklärt), dass die Wahrheit über die Ursachen des Unfalls, irgendwie an Tageslicht kommen wird. Die Gutachter haben in den 6 Gutachten nur geschrieben, dass die Narkose viel zu niedrig dosiert war. Leider war dort kein einziges Wort über die Ursachen des Unfalls, also die Antwort auf die Frage, warum eine so niedrige Dosierung verabreicht worden war.

Und diese mögliche Antwort macht jetzt den Ärzten Angst. Angst, dass die Wahrheit über die URSACHEN des OP Unfalls ans Licht kommen kann.

Je länger der Prozess verschieben wird und die Ärzte sich der VERANTWORTUNG entziehen werden, desto größer wird jetzt diese Angst.

Die Angst wird wie ein Schatten immer an ihnen kleben, sie wird zum ständigen Begleiter, und mit jedem neunen Tag größer. Die wird wie ein Krake, oder ein Boa, der immer enger sein Opfer zusammendrückt.

Ich frage mich manchmal, wie lange sie mit diesem Gefühl leben können.

Diese Angst wird die Ursache für schlaflose Nächte sein, später können noch die Alpträume dazukommen. Schließlich wird die Angst sie krank machen, so lange, als sie verstanden haben, dass vor der Verantwortung kein Entkommen ist. Erst, als die Wahrheit ans Licht kommt, wird ihre Seele erleichtert und die Angst vielleicht verschwindet.

Ich widerhole noch mal, Fehler kann jeder machen, wir sind schließlich alle nur Menschen. Schlimm finde ich nur, wenn man eigene Fehler verleugnet und nichts aus denen gelernt hat. Oder waren die Fehler so groß, dass die nicht bekannt werden dürfen?

Für die KONSEQUNZEN der eigenen Fehler muss aber jeder gerade stehen.

Ich muss mich an dieser Stelle noch mal widerholen.

Man hat Matthias umgebracht (zu Erinnerung-Hirntod und künstlich beatmet) und KEINER von den Lüdenscheider Kliniken fühlt sich für das, was passiert ist, verantwortlich.

Ein junges Leben wurde komplett zerstört und KEINER von den Verantwortlichen für diese so misslungene OP fragt nach, wovon er lebt, wie es ihm geht, was seine Bedürfnisse sind!

Jetzt wird sogar in Frage gestellt, ob Matthias jetziger Zustand auf die Folgen der OP zurückzuführen ist.

3 April 2015
Heute haben uns beim täglichen „Lauftraining“ zwei Damen mit den Worten „das sind die 2 Männer aus der Fernsehsendung“ angesprochen.

Die eine sagte, "dass sie uns immer beobachtet, wie wir bei „jedem Wind und Wetter“ unsere Runden laufen“.

Sie sagten, dass Matthias Gang sich ständig bessert und wünschten uns alles Gute. Wir sollten auch auf keinen Fall aufgeben, weiter zu machen.

Matthias fühlte sich wieder bestätigt, dass unsere Bemühungen sich lohnen, auch, wenn die Fortschritte jetzt nicht so schnell wie am Anfang zu verzeichnen sind, aber die sind immer noch zu sehen.

Danke für die stärkenden Worte, die so wichtig für uns, besonders für Matthias, sind!

 

12.06.2015

Endlich haben wir die Antwort der Gegenseite erhalten. Verfasst an dem letzten Tag der verlängerten Frist, also am 5 Juni 2015.

Es war, wie immer, nur Wasser und weitere Versuche, die Wahrheit zu verschleiern. Aber der Reihe nach.

Die Anwältin der Ärzte schreibt: „… die Darstellungen der Gegenseite sind als absolut unbegründet zurückzuweisen.“

Mal sehen.

Auf den Vorwurf, dass die „Streichung“ ohne eine Unterschrift getätigt worden ist, hatte sie keine Antwort gegeben.

Keine Antwort ist auch eine Antwort.

Aus der Klageerwiderung Frau RA Dr. J. von 05.06.2015, Seite 4:

„Die Beklagte zu 9.) hat nicht nur die Septum-OP vermerkt, sondern ist so, wie oben beschrieben, vorgegangen.  Es findet immer eine persönliche Abstimmung der durchzuführenden Operation unmittelbar vor der Operation, also vor Einleitung der Anästhesie, mit den Operateuren statt. Und somit ist auf die faktisch durchgeführte Operation mit der entsprechenden Anästhesie reagiert worden.“

Ich verstehe es so, dass die Veränderung „unmittelbar vor der Operation“ stattgefunden habe. Da war die Frau Dr. S. nicht mehr anwesend, sonst musste sie auch im OP Bericht erwähnt gewesen sein.

 Aus der Klageerwiderung Frau RA Dr. J. von 05.06.2015, Seite 1:

„Jeder Anästhesist ist stets darauf vorbereitet, dass sich Art und Dauer einer Operation kurzfristig ändern können. Dies ist in jedem Krankenhaus und bei jedem Eingriff der Fall…“

Und weiter auf Seite 2:

„Oft wird erst im direkten Kontakt zwischen Operateur und Anästhesist vor dem Eingriff entschieden, welches operative Vorgehen konkret gewählt wird. Im Zeitraum zwischen anästhesiologischer Aufklärung und Operation können sich gerade bei elektiven Eingriffen neue Gesichtspunkte ergeben, die seitens des Operateurs zu einer Modifikation des Eingriffs führen, sodass er erst dann den Anästhesisten endgültig darüber informiert, welcher Eingriff durchgeführt wird.“

„Im streitgegenständlichen Fall ist es überdies vollkommen unerheblich, ob eine Septum-OP oder eine andere Operation der Nase oder der Nasennebenhöhlen erfolgt wäre, da dies an der Anästhesieart nichts geändert hätte.“

 Weiter aus der Klageerwiderung RA J. von 05.06.2015, Seite 2:

„Dies betrifft sowohl OP-Dauer als auch Aspekte der Anästhesietiefe.  Je nach vorliegendem Situs kann eine Septum-OP auch länger als eine Operation an den Nasennebenhöhlen dauern und umgekehrt.  Bezüglich der Anästhesietiefe sind beide Eingriffe als absolut gleichwertig zu betrachten, weil in der Regel ein transnasales Vorgehen gewählt wird, wodurch sich keine Unterschiede bezüglich Schmerzwahrnehmung und/oder Hypnose ergeben.“

Das ist jetzt eine ganz neue Version der durchgeführten OP, die alles, was wir bis jetzt wissen, auf den Kopf stellt.

Das bedeutet aber im Klartext:

1.       dass kurzzeitig vor dem OP die „Septum OP“ aus dem „OP Programm“ genommen wurde und stattdessen nur die „NNH Sanierung“ durchgeführt wurde.

2.       Sie beschuldigt jetzt sogar den bis noch vor kurzen von ihr so hochgelobten Chefarzt, Dr. D., der Urkundenfälschung.

(Er hat im OP Bericht (eine Urkunde) geschrieben, dass er die „Septum OP“ zuerst gemacht hatte und erst dann hat er mit der „NNH Sanierung“ angefangen habe. Aus dem OP Bericht Dr. D.:

„Zunächst Septum Korrektur: … Dann ist die Nebenhöhlensanierung vorgesehen…“)

  


Leider hatte die RA, Frau Dr. J. vergessen, dass nicht entweder „Septum OP“ oder „die Nasennebenhöhlen Sanierung“ erfolgen sollte, sondern die OP aus drei Teilen bestand, wie in der gesamten Dokumentation der HNO Abteilung und den Gutachten seitens HNO zu lesen ist.

Sie hat sogar in ihrer Klageerwiderung vom 26.10 2011 auf Seite 4 noch so geschrieben:

„Operativ sollte in Narkose die Nasenscheidewand begradigt, die Nasenmuscheln verkleinert und die Nasennebenhöhlen saniert werden.“

 Unfreiwillig hat sie meine Vermutung bestätigt, dass die Narkose nur für 15-20 Minuten, also nur für die NNH Sanierung (oder „alternativ???“ Septum OP) gegeben wurde.  Egal welche! 

 Diese Erklärung findet sich in einem klaren Wiederspruch mit dem OP Bericht des Dr. D.!

 Das bedeutet, dass Dr. D. die Septum OP manuell durchgeführt hatte und die NNH Sanierung mit der „Navi“ weitermachen wollte. Die „Septum OP“ wurde aber, laut der Aussage in der Klageablehnung vom 5.06.15 der Frau RA Dr. J. nicht durgeführt!

 

Sogar der Privatgutachter der ERGO Versicherung bestätigt auch in seinem Gutachten, dass die „Septum OP“ durchgeführt worden ist!

 Aus dem Gutachten des Prof. Prof. R., Seite 19:

„Insgesamt wurde die Nasenseptumkorrektur anästhesiologisch entsprechend dem medizinischen Standard fachgerecht durchgeführt werden.  Selbst wenn sich der Patient in dieser Phase bewegt hätte, so hätte der Operateur jederzeit ohne Gefahr für den Patienten seine Instrumente retrahieren können.“

 

Alle 6 Gutachter gehen von der am Anfang erfolgten „Septum OP“ aus.

 Hat der Chefarzt, Dr. D. laut der Frau RA Dr. J. mit der „Navi OP“ angefangen und die Unwahrheit in seinem OP Bericht geschrieben?

Oder hat die RA Frau Dr. J. schon den Überblick verloren?

 Man kann nicht mit zwei Versionen der gleichen OP hin und her je nach Bedarf jonglieren.

Aus der Klageerwiderung RA Dr. J. vom 05.06.2015, Seite 3:

„lm Übrigen hat auch im vorliegenden Fall unmittelbar vor der Operation eine Kommunikation zwischen Operateur und Anästhesist stattgefunden, wie dies stets vor jedem Eingriff stattfindet.“
„Insofern ist das, was aus dem Anästhesieprotokoll steht, nicht immer das, was faktisch durchgeführt wird.  Es ist lediglich ein Anhaltspunkt für die Art der Operation, damit der Operationsplan und die entsprechende Planung insgesamt erstellt und durchgeführt werden kann. Dies hat noch keinerlei Konsequenzen für die sodann durchzuführende Anästhesie.“

 Wenn Dr. D. zuerst die „Septum OP“ durchgeführt hatte, (was stimmt), und der Anästhesist, Dr. A. schreibt, dass es die NNH Sanierung war, das kann nur eins bedeuten.

Der Anästhesist hat direkt nach der Anleitung der Narkose den OP Saal verlassen und war nicht über die Reihenfolge der OP informiert.

Sonst musste er gesehen haben, was zuerst operiert wurde, eben Septum und nicht NNH Sanierung und dürfte unter keinen Umständen den OP Saal vor der gefährlichsten Phase der OP verlassen.

Das beweist auch, dass die für die OP verantwortlichen Ärzte überhaupt nicht kommuniziert haben und Der Anästhesist keine Ahnung und Überblick über die von ihm überwachte OP hatte!

Diese mangelnde Kommunikation zwischen den Ärzten äußern mehrere Gutachter, sogar der private Gutachter der ERGO Versicherung an 14 Stellen seines Gutachtens, was ich später zitieren werde.

 

Aus dem Gutachten der ERGO Versicherung vom Prof. R., Seite 31:

„…in der Regel ist je nach Ausbildungstand der Oberarzt dann während der kritischen Phasen der Anästhesie und Operation, dazwischen verlässt er jedoch immer wieder den OP Saal…“

 Die OP an der Schädelbasis, mit einer Verletzungs-Möglichkeit des Hirns ist doch „eine kritische Phase der OP“!!!
Und bei einem Privatpatienten darf er nicht, laut der Vereinbarung, einen Assistenzarzt als Vertretung einsetzen!

 

 Prof. B., Seite 15: (unser Anästhesiegutachter)

War überhaupt ein Anästhesiearzt anwesend, als erste Anzeichen für eine zu flache Narkose auftraten? Die Bemerkung im OP-Bericht läßt die Vermutung zu, daß die OP-Schwester A. T. beim Eintritt des Zwischenfalls den Patienten überwachte“.

 

Prof. B., ergänzendes Gutachten vom 29.01.2012, Seite 5:

„Wenn der Oberarzt zu einem solchen kritischen Moment den Patienten verlässt und einen Anfänger hinsetzt, war dies schon eine erhebliche Abweichung von anästhesiologischen Standards.“

Und weiter auf Seite 12:

„Bei diesen erheblichen Organisationsproblemen kann es auch nicht stimmen, dass er die Anästhesie bei Herrn Miemczyk dauerhaft durchführte. Da Dr. K.  (s.  S. 15 GA Sch.)  angibt, dass er gebeten wurde, kurzzeitig für OA Dr. A.  die Narkoseüberwachung zu übernehmen ... zu Beginn meiner Anwesenheit schlief der Patient ruhig...  ist sehr zu hinterfragen, wer denn bei den erforderlichen häufigen Abwesenheiten des Oberarztes den Privatpatienten Miemczyk tatsächlich überwachte (die Narkoseschwester?).“

Und weiter:

„…steht in deutlichem Kontrast zu den Angaben im OP-Bericht und lässt den Verdacht aufkommen, dass   Dr. A.  kaum im Bilde über den Fortgang der Operation war.  Aus dem OP-Bericht geht klar hervor, dass der Zwischenfall zu Beginn des Operationsteils unter Verwendung des Navigationssystems erfolgte.“

Prof. L., Seite 13: (gerichtliche Anästhesiegutachter)

„Konkret für den durchgeführten Eingriff bedeutet das, dass auf Grund der operationsbezogenen Risiken während der Operation eine tiefe Narkose und bei fehlenden Kontraindikationen auch eine sichere und tiefe Muskelrelaxierung notwendig waren. Insbesondere bei der sensiblen Operationsphase im Bereich der Schädelbasis musste der verantwortliche Narkosearzt einen bewegungslosen, sicher narkotisierten Patienten gewährleisten. Das hätte den verantwortlichen Anästhesisten bewusst gewesen sein müssen.“

Wenn der Chefarzt, Dr. D. die Hirnverletzung vor jeder OP in jedem Aufklärungsgespräch mit den Patienten erwähnt haben sollte, (Wenn wir der Frau RA Dr. J. glauben sollten.) warum hat er nicht, während der OP, vor dem gefährlichsten Teil der OP noch mal einen Hinweis auf das erhöhte Risiko einer Hirnverletzung an die „Anästhesie“ weitergegeben?

 

 Klageerwiderung RA Dr. J. vom 05.06.2015, Seite 3:

Wie bereits mehrfach ausgeführt, kann es in der Person eines Patienten liegen, dass eine Anästhesie nicht wirkt und ist nicht auf ein fehlerhaftes Anästhesieverfahren zurückzuführen.“

Matthias wurde nach der in den Märkischen Kliniken in Lüdenscheid misslungenen OP noch mehrmals operiert und solche Zustände sind nicht zu verzeichnen, einfach aus diesem Grund, dass die Anästhesie ihre Arbeit richtig gemacht hatte.

28.07.2015

Unser Anwalt hat erneut zu den Vorwürfen der Gegenseite, wie er schreibt, in gewünschter Kürze, Stellung genommen.

„In den Ausführungen findet sich keinerlei Erklärung dafür, warum – wie im hiesigen Schriftsatz vom 17.03.2015 im Einzelnen vorgetragen und unter Beweis gestellt - das Anästhesieprotokoll vom 08.07.2008 offensichtlich und mehrfach geändert wurde. Pauschal wird nur ausgeführt:

“Jeder Anästhesist ist stets darauf vorbereitet, dass sich Art und Dauer einer Operation kurzfristig ändern können. Dies ist in jedem Krankenhaus und bei jedem Eingriff der Fall.““

Es wurden zum wiederholten Mal Zitate aus den gerichtlichen und der ERGO Gutachten eingeführt, die unsere Vermutung bekräftigen.

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28.08.2015

Heute sind wir zum Matthias Neurologen gefahren. Er hatte wieder die Untersuchungen EEG und ASP angeordnet. Die Ergebnisse waren sehr gut. Zitat: „Besser geht’s nicht mehr“!


Die beiden Hirnhälften zeigten ganz normale Aktivitäten, die Wellenmuster waren links und rechts gleich.

Zu Erinnerung, bei der Entlassung aus der Reha wurden Matthias auch diese Untersuchungen gemacht, mit dem Ergebnis, dass die rechte Hirnhälfte etwas zeigte und die linke nur eine gerade Linie. Nach der Untersuchung wurde ich über die Diagnose informiert, dass die beschädigte, linke Hirnhälfte nicht mehr funktionieren wird. Wir müssen uns damit schon abfinden.

Die hat im Nachhinein noch über 3 Jahre keine Aktivitäten gezeigt- dann langsam hat sich was in die Bewegung gebracht und bei den nächsten Untersuchungen zeigten sich zuerst ganz kleine Wellenmuster. Für die war ich wie immer, sehr dankbar. Die haben mir gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind und einfach weiter machen müssen.

Jetzt, nach 7 Jahren seit dem OP Unfall, wurden wir mit den SUPER Ergebnissen belohnt, mit denen KEINER gerechnet hatte.

Ich weiß, dass bei der EEG und ASP Untersuchung nur die äußere Hirnschicht, bis zu 2-3 cm Tiefe, gemessen wird. Was unter dieser Schicht ist, kann nur eine Kopf CT zeigen.

Da Matthias VIP Shunt auch jetzt kontrolliert werden musste, haben wir in dem Krankenhaus, wo es angelegt wurde, einen Kontrolltermin gemacht.

Dort wurde auch die Kopf CT gemacht. Leider, im inneren des Hirns sind noch teilweise sehr große schwarze Flecken, die bedeuten, dass diese Bereiche noch weiterhin nicht funktionsfähig sind.

Also, dankbar sein für das Erreichte und weiter fleißig arbeiten, um das noch weiter zu verbessern.

Hier, zur Erinnerung, eine Collage aus zwei Fotos, zwischen denen 7 Jahre liegen.


5.09.2015

Und schon wieder Spielchen auf Zeit- Die Anwältin der Ärzte hat wieder nicht geschafft, in 2 Monaten mit ihrer Mandantschaft zu sprechen und bittet das Gericht um eine Fristverlängerung von 4 Wochen, um die Einzelheiten zu besprechen. Immer das Gleiche, langsam wird´s langweilig.

25.09.2015

Heute ist die „Bombe“ geplatzt!

Wir haben einen Brief unseres Anwalts mit der Abschrift des Schreibens der Gegenseite erhalten. Die Anwältin der Ärzte schreibt:

„Von Seiten der HNO- Arzte ist auf dem Aufklärungsbogen nie die Septumkorrektur durchgestrichen worden, sondern das Wort Septumkorrektur wurde unterstrichen zur Betonung des Eingriffs.“

Also eine ganz andere Version- die Anwältin hat schon wieder vergessen, was sie im Juni 2015 geschrieben hatte.

Ich fragte mich, wie die Frau RA der Gegenseite überhaupt an solche Gedanken oder Behauptungen kommen könnte.

 Ich meine, sie ist eine Fachanwältin für Medizinrecht, hochintelligent und bestimmt nicht blöd.

Was ist in dem OP Saal schreckliches passiert, dass die so berühmte Anwältin sich sogar lächerlich macht, um das zu vertuschen?

Ist das eine gezielte Verwirrung, um die Aufmerksamkeit von den wahren Ursachen abzulenken?  Oder der letzte Schrei der Verzweiflung?

Und ich muss mir noch eine zweite Frage stellen, wie lange macht das Gericht dieses Kasperletheater mit?

 Wenn sie behauptet, dass das Septum OP „nur unterstrichen“ und nicht gestrichen ist, bedeutet das für mich, dass der Anästhesist stock besoffen gewesen sein müsse und nicht die Unterstreichungslinie unter den Worten setzen konnte.

Wollte die RA uns mitteilen, dass der Anästhesist besoffen bei der OP gewesen war? War das oder sind noch die normalen Zustände in der Klinik? Eben Standard?

Zur Erinnerung- die „Unterstreichung

 

Aber Spaß zur Seite.

 

Wenn das eine Unterstreichung sein sollte, durfte die „NNH-Sanierung“ nicht oben über die „Septum OP“ stehen, nur hinten der „Septum OP“. Wenn es oben steht, bedeutet, dass es nachträglich dazugeschrieben wurde und es ist eine „Streichung“. Punkt.

 So einfach ist die deutsche Rechtschreibung, und dass sollte die sehr geehrte Frau RA Dr. J. doch wissen.

 Mich wurde auch interessieren, warum die „Septum OP“ betont sein sollte, obwohl die „NNH-Sanierung“ mit der „Navi“ als viel gefährlicher von der Frau RA bis jetzt dargestellt wurde.

Seite 14 der Klageerwiderung vom 26. Oktober 2011

 „Diese Risikoproblematik ist auch vor dem Ärzteteam mit dem Kläger zu 1.) ausdrücklich besprochen worden. Auch über die Art und Weise der Navigationschirurgie wurde mit dem Kläger zu 1.) ausführlichst gesprochen. Diese Risikoproblematik ist auch vor dem Ärzteteam mit dem Kläger zu 1.) ausdrücklich besprochen worden. Auch über die Art und Weise der Navigationschirurgie wurde mit dem Kläger zu 1.) ausführlichst gesprochen. Ebenso wurde der Kläger zu 1.) durch den Beklagten zu 2.) darauf hingewiesen, dass natürlich ein Risiko grundsätzlich bei einer Operation nicht ausgeschlossen werden könne. Im Rahmen des durch den Beklagten zu 2.) durchgeführten Aufklärungsgesprächs, an dem auch weitere Ärzte beteiligt waren, ist seitens des Beklagten zu 2.) der Hinweis auf mögliche Hirnblutungen erteilt worden.“

 

Klageerwiderung vom 15.09.2015:

„Kein Anästhesist würde auch nur im Entferntesten nur auf den Gedanken komme, die Anästhesie einfach zu beenden, obwohl die OP noch in vollem Gange ist.“

„Dies wird auch durch die Ausführungen des Herrn Prof. Dr. R. (Gutachter der ERGO Versicherung-EM) bestätigt.“

Wo? An welcher Stelle seines Gutachtens?

 

Hier kann ich aus dem Gutachten der Victoria Versicherung, Prof. R., Seite 18, die Stellungnahme des verantwortlichen Anästhesisten zum wiederholten Mal zitieren, die das Gegenteil beweisen:

„Die Operation dauerte zu diesem Zeitpunkt bereits 20 – 25 min an. ... Gemäß den üblichen OP-Zeiten des Operateurs bahnte sich aus meiner Sicht das Ende der OP an" 

Und weiter:

„Viertens war der Assistenzarzt Dr. K. in einem Ausbildungszustand, der die Übertragung der Überwachung der Endphase der Narkose auf ihn zuließ. ...“


Ich weiß auch nicht, welche Ausführungen des Gutachters der ERGO Versicherung, des Prof. R., die Frau RA Dr. J. meint, sie gibt keinen Anhaltspunkt, und ich habe in dem Gutachten nichts desgleichen gefunden.  Vielleicht hat sie aber diese Passagen gemeint, die das Gegenteil beweisen:

Aus dem ERGO Gutachten von Prof. R.:

Zum 1.        auf Seite 20:

„ Unter der Voraussetzung, dass dem Anästhesisten nicht mitgeteilt wurde, dass sich während des spezifischen Eingriffs unter Zuhilfenahme des Navigationsgerätes der Patient keinesfalls bewegen dürfe, ist kein anästhesiologischer Fehler feststellbar“

Zum 2.        weiter auf der gleichen Seite:

„… ist nach Auffassung des Gutachters zwingend seitens des Operateurs dem Anästhesisten zu kommunizieren, dass der Patient sich nicht bewegen darf. Dann kann der Anästhesist dies durch eine adäquate Muskelrelaxation oder betonte weitere Vertiefung der Narkose ermöglichen.“

Zum 3.        auf Seite 21:

„In der Regel ist je nach Ausbildungsstand der Oberarzt dann während der kritischen Phasen der Anästhesie und Operation im OP…“

Zum 4.        auf Seite 23:

„Obwohl eine Narkose entsprechend den Standards durchgeführt wird, muss grundsätzlich seitens des Operateurs mit einer Bewegung eines anästhetisierten Patienten gerechnet werden, es sei denn, der Bedarf einer absoluten Bewegungslosigkeit wird dem Anästhesisten mitgeteilt, so dass er eine Muskelrelaxation durchführen kann.“

Zum 5.        auf Seite 24:

"In Situationen, in denen es durch eine Aufwachreaktion und konsekutiver Bewegung zu fatalen Folgen kommen kann, ist nach Auffassung des Gutachters der Operateur zwingend in der Pflicht, dem Anästhesisten zu kommunizieren, dass der Patient sich nicht bewegen darf. Dann kann der Anästhesist dies durch eine adäquate Muskelrelaxation oder betonte weitere Vertiefung der Narkose ermöglichen . Unter der Voraussetzung, dass dem Anästhesisten nicht mitgeteilt wurde, dass sich während des spezifischen Eingriffs unter Zuhilfenahme des Navigationsgerätes der Patient keinesfalls bewegen dürfe, ist kein anästhesiologischer Fehler feststellbar“

Zum 6.        auf Seite 25:

„Grundsätzlich kann die verwendete Hypnotika und Opiatdosierung nicht als Fehlerhaft bewertet werden. Jedoch ist die Aussage, dass bei Verwendung spitzer und nicht akut retrahierbarer Instrumente eine tiefe Narkose und/oder Muskelrelaxierung indizierte, so dass es keinesfalls zu Bewegungen seitens des Patienten kommen konnte, nachdrücklich zu unterstreichen. Dies muss jedoch dem Anästhesisten auch mitgeteilt werden.“

Zum 7.        auf Seite 26:

„Wie oben dargestellt, sieht der Gutachter den Fehler in einem seitens des operativen Faches nicht erfolgten Hinweis, dass bei dem Patienten durch die Verwendung des Navigationsgerätes eine Bewegungslosigkeit des Patienten garantiert sein muss.“

Zum 8.        auf Seite 27:

„Der Operateur muss dem Anästhesisten mitteilen, wenn und für wie lange er aufgrund einer spezifischen Operationstechnik oder einer spezifischen Operationssituation eine absolute Bewegungslosigkeit garantiert haben muss. Dann kann der Anästhesist den Patienten in dieser OP-Phase relaxieren.“

Zum 9.        weiter auf der gleichen Seite:

„Wenn der Operateur jedoch eine absolute Beweglosigkeit garantiert haben muss, so muss dies dem Anästhesisten Fallspezifisch mitgeteilt werden. Dann kann der Anästhesist den Patienten in dieser OP-Phase relaxieren oder die Narkose signifikant vertiefen.“

Zum 10.      auf Seite 28:

„In den Unterlagen findet der jetzige Gutachter keinen Hinweis darauf, dass der Operateur dem Anästhesieteam mitteilte, dass er eine Bewegungslosigkeit des Patienten garantiert sein müsse.“

Zum 11.      auf Seite 29:

„Jedoch konnte nicht sicher damit gerechnet werden, dass die Narkose tief genug war, um eine Bewegungslosigkeit des Patienten zu garantieren. Schon gar dürfte damit gerechnet werden, dass noch eine ausreichende Wirkung des Muskelrelaxants vorlag, um eine Bewegungslosigkeit zu sichern. Wird eine Bewegungslosigkeit seitens des Operateurs zwingend für eine bestimmte operative Phase gewünscht bzw. gefordert, so muss dieses auch dem Anästhesisten mitgeteilt werden. Den Unterlagen ist ein entsprechender Hinweis des Operateurs an die Anästhesie nicht zu entnehmen.“

Zum 12.      auf Seite 30:

„In diesen Aussagen stimmt der jetzige Gutachter vollkommen mit Prof. L. überein, jedoch war dem Anästhesieteam offensichtlich auch nicht mitgeteilt worden, dass eine absolute Bewegungslosigkeit garantiert werden muss.“

 

Zum 13.      auf Seite 33:

„Die anästhesiologische Versorgung zur Navigations-gesteuerten Nasennebenhöhlenoperation verlief unter der Voraussetzung nicht fehlerhaft, dass seitens der Operateurs kein Hinweis erfolgte, dass in dieser Operationsphase eine absolute Bewegungslosigkeit garantiert werden müsse.

12. Aus objektiver ärztlicher Sicht erscheint eine so flache Narkose und/oder unterlassene Relaxierung nicht mehr verständlich.

Zum 14: weiter Seite 33:

"Die anästhesiologische Versorgung zur Navigations-gesteuerten Nasennebenhöhlenoperation verlief unter der Voraussetzung nicht fehlerhaft, dass seitens des Operateurs kein Hinweis erfolgte, dass in dieser Operationsphase eine absolute Bewegungslosigkeit garantiert werden müsse.“

 

So kommt ein ganz klares Bild von der „sehr guten Kommunikation“ der verantwortlichen Ärzte vor und während der OP.

Der eigene Gutachter hat nicht um sonst 14 Mal die fehlende Kommunikation zwischen den für die OP verantwortlichen Ärzten in seinem Gutachten erwähnt.

Jetzt warten wir auf den bevorstehenden Prozess.


20.04.2016

Gestern war es endlich soweit- die Fortsetzung des Prozesses.

Wir sind schon um 11 Uhr nach Hagen losgefahren, um rechtzeitig vor dem Prozessbeginn noch mit unserem Anwalt gewisse Kleinigkeiten zu besprechen. Der Prozess begann pünktlich um 12 Uhr.

Zuerst hat der Vorsitzende Richter uns noch mal an den Vergleich angesprochen und gesagt, dass das die Zusatzklage und Vergleich Verzicht den Prozesstermin um 1.5 Jahre verschoben hatte. Er hatte schon die nächsten Termine festgelegt.

Die Anwältin der Ärzte hat sofort wieder erinnert, das die Versicherung ohne Rechnungen, die wir nicht eingereicht haben, nicht zahlen kann.

So schon, so gut.

Leider hat sie nicht erwähnt, und ich von der Aufregung (man sitzt nicht jeden Tag im Gericht) vergessen habe zu sagen, dass alle Rechnungen und Aufstellungen bis zum Oktober 2011 zusammen mit der Klage eingereicht waren. Sie selber hatte die auch teilweise bemängelt oder Anmerkungen zu den Aufstellungen gehabt, die in ihrer Klageerwiderung Schrift zu lesen sind.

Die Ärzte wirken noch mehr angespannt als bei der ersten Sitzung. Am meisten nervös war der Anästhesist, der die Narkose überwachen sollte. Ich werde später noch erklären, warum.

Dann ging schnell zu Sache. Der Vorsitzende Richter hat selber die Ärzte und gleichzeitig die Gutachter zu denen Antworten befragt.

Zuerst war an der Tagesordnung, was wir in der Zusatzklage vor 1.5 Jahren ergänzt haben. Es ging um die „Septum-Streichung“.

Es wurde festgestellt und meine Vermutung bestätigt, dass die Ärztin, Frau Dr. S., laut der Vereinbarung über Privatärztliche Wahlleistung zwischen Matthias und dem Chefarzt der Anästhesieabteilung, Prof. Dr. U., nicht befugt war, Matthias als Privatpatienten zu beraten und die Anästhesiedokumentation vorzubereiten. Es waren nur namentlich bestimme Ärzte ernannt, die evtl. Den Chefarzt vertreten dürfen.

Auf die Frage, warum die diese Dokumentation vorbereite hatte, sagte ihr Chef, Prof. Dr. U., dass es so üblich wäre.

Also es ist üblich, dass die Chefärzte Geld kassieren für Leistungen, die sie nicht erbracht haben. Für mich ein klarer Fall von Patienten- und Krankenkassenbetrug.

Hier muss ich wieder abrechen und eine kleine Geschichte einfügen.

Herr Prof., stellen sie sich vor, sie gehen in ein Exklusives Autohaus, um ein Mercedes S Klasse für sagen wir, 120.000€ zu kaufen. Das können sie sich doch leisten, nicht wahr?

Sie unterschreiben den Kaufvertrag für einen Mercedes der S Klasse für 120.00€ und warten ganz entspannt auf die Lieferung.  Als der Tag der Abholung kommt, fahren sie zu dem Autohaus, um ihren gewünschten Traumwagen abzuholen. Sie bekommen aber statt ihren Mercedes einen Opel Astra, oder sogar Insignia.

Werden sie nichts sagen, oder werden sie schon brüllen: ich habe einen Mercedes S Klasse bestellt und bezahlt, was soll das denn bedeuten?

Und der Verkäufer antwortet: wissen sie, bei uns ist es so üblich.

Was wurden sie sagen? Ihre vermutliche Antwort wurde ich hier aus Kinderschutzgründen nicht kommentieren.

So, zurück zum Geschehen.

Die Frau Dr. S. wird so von ihrer Anwältin beschrieben:

Aus dem Schreiben der RA Dr. J. vom 05.06.2015

„Es handelt sich bei der Beklagten zu 9) um eine sehr berufserfahrene Fachärztin für Anästhesiologie.“

Der Vorsitzende Richter hat die Frage gestellt, ob sie alle Eintragungen und dann auch die Streichung auf dem Protokoll selber gemacht hatte. Sie hat bejaht.

Frau Dr. S.:

Es läuft normalerweise so ab, dass ich den Patienten frage, was gemacht wird. Dann habe ich „Septum OP“ eingetragen. Dann ergab sich aus dem Gespräch, dass auch Nasennebenhöhlensanierung und die Conchotomie gemacht wird.
Ich habe dann „Septum OP“ gestrichen und dann entsprechend Nasennebenhöhlensanierung und Conchotomie ergänzt bzw. geschrieben.

Ich muss sagen, ich habe keine konkrete Erinnerung mehr daran."

Mir schein es so, dass die sehr erfahrene Frau Dr. S. ihre Lektion nicht richtig auswendig gelernt hatte und sich in ihre Lügen verstrick hatte. In ihrer Erklärung ist keine Logik drin.

„Auch“ bedeutet das gleiche wie „und“.

Wenn zu dem Septum OP noch die Nasennebenhöhlensanierung und Conchotomie dazu geschrieben werden sollten, warum dann die "Septum OP" gestrichen wurde?

Dann mussten die Ergänzungen ganz einfach hinter der Septum OP geschrieben werden!

Und nachher:

"Nachdem was ich aus dem Schriftstück rückschließen muss, bin ich wohl davon ausgegangen, dass keine „Septum OP“ gemacht wird, sondern die Nasennebenhöhlensanierung und die Conchotomie."

Und weiter im Verlauf:

"Ich kann mich hier nicht konkret daran erinnern. Ich würde aber schätzen, dass es so gewesen ist, dass mir der Patient gesagt hat, welche Art der Operation bei ihm gemacht wird. Später ist dann computermäßig eine andere Erfassung gewesen und ich weiß dann vor dem Aufklärungsgespräch, welcher Art der Operation durchgeführt wird."

Und später:

„Wenn mir der Patient dann sagen würde, dass keine Septum-OP gemacht werden würde, würde dass das dann entsprechend gestrichen werden.“

IIch wollte erst mal meinen eigenen Ohren nicht glauben. In dem so renommierten und bekannten Krankenhaus wird die OP Dokumentation für die Anästhesie durch die „sehr berufserfahrene Fachärztin für Anästhesiologie“ anhangt Angaben des Patienten gemacht?

Diese Aussagen der Frau Dr. S. wiedersprechen sich selbst. Das ist die blödeste und unlogischste Erklärung, die ich bis jetzt gehört habe. (außer der „Unterstreichung“ der Frau RA)

Ich kann mir aber noch sehr genau erinnern, dass Matthias vor der OP uns nur über die Septum OP, also die Nasenscheidewand OP erzählt hatte.

 Das ist der HAMMER! Ich dachte zuerst, dass das ein schlechter Witz ist. Leider, das war die nackte WAHRHEIT!

In Deutschland, im XXI Jahrhundert, wird in einem Krankenhaus, hier sind es die Märkischen Kliniken in Lüdenscheid, die OP Dokumentation Anhangs eines Gesprächs mit dem Patienten gemacht!

Wird das später durch ein Gespräch mit dem Operateur nicht nachgeprüft? Weis der Patient immer genau, was der Operateur vorhat? Was wäre, wenn er die Fingernägel in Rot gemalt bekommen wollte? Oder ein Bein amputiert?

Wie ich schon vorher geschrieben habe, angeblich waren kurz vor der OP Änderungen gemacht worden, auf die fehlt aber in der Dokumentation jede Spur. Die sollten, laut der Aussage des Dr. D., Auf dem OP Plan im OP Saal hängen und jeder konnte dort die Veränderungen eintragen- angeblich auch eine Putzfrau oder der Nachtwächter.

Dr. D., der Operateur:

„In diesem Falle gab es einen schriftlichen OP Plan, bei dem auch die Durchzuführende operative Maßnahme niedergelegt ist. In diesem Falle war es Septum-OP, NHS und Conchetomie.“

Nach dem der vorsitzende Richter gefragt habe, wo die OP Dokumentation jetzt ist, kam die nicht überraschende Antwort des Dr. Davids- das werfen wir immer weg“.

Wie bitte? Nach einem Unfall mit fast Todesfolge wird einer der wichtigsten Dokumente der OP „einfach so“ weggeworfen?

Konnten dort die wahren Ursachen des Unfalls stehen?

Ich frage nur als Laie, der die Abläufe der OP verstehen will, um auch die Ursachen für einen so schweren OP Unfall zu verstehen. 

 Also, alle Privatpatienten und deren Krankenkassen- bitte schön aufpassen, so werden sie abgezockt und über den Tisch gezogen.

Dann wurde der verantwortliche Anästhesist, Dr. A. in die Befragung genommen.

Ich muss hier sagen, der Vorsitzende Richter hat das sehr gut durchgeführt, man konnte sehen, dass er die Wahrheit über den OP Unfall herausfinden will, leider die Amnesie der Ärzte das verhindert hatte.

Dr. A. an die Unfallzeit kann sich nach den Jahren nicht mehr erinnern.

Der Anästhesiologischer Gutachter, Prof. L. hat die Unfallzeit zwischen 9.15 und 9.20 Uhr eingeschätzt.

Dr. A., der verantwortliche Anästhesist:

„Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, ob wir mündlich kommuniziert haben. Es gab einen OP-Plan. Wir wussten auch, dass sowohl eine Septum-OP als auch eine Nasennebenhöhlen-OP anstand.“

Die Schwester Annerose T.:

„Der OP-Plan hängt immer im OP. Ich schau dann immer noch in das Aufklärungsprotokoll, ob das mit dem OP -Plan übereinstimmt. Es war hier so, es stand dort Septum-OP und Nasennebenhöhle, das heißt, NNH. Ob auch die Conchotomie dort stand, kann ich nicht sagen.“


Dr. K. der Assistenzarzt, der laut der Anwältin der Klinik, „saß die gesamte Zeit ohne Unterbrechung am Kopf seitlich neben dem Patienten und überwachte die Situation“ hat folgendes ausgesagt:

„Ich bin erst in den OP-Saal gekommen, als die OP bereits schon lief. Als ich dazu kam, war Herr Dr. A. bei der OP. Als es zu dem Zwischenfall gekommen ist, war ich im OP-Saal, Herr Dr. A. hatte den OP-Saal kurzfristig verlassen…  …von Herr Dr. A. entsprechend informiert worden über den Stand der Operation. Nach meiner Erinnerung ging, es, als ich in den OP-Saal kam, dem Ende zu. Ich meine damit das Ende der gesamten OP.

Und weiter:

„Ich meine, dass, als ich in den OP Saal kam, gerade das Schlaf- und Narkosemittel erhöht worden ist. Das Propofol ist auf 10 erhöht worden und das Ultiva auf 0,25 oder 0,3.“

„mir wurde auch gesagt, es dauert nicht mehr lange. Ich musste für die Narkose nichts machen, um das Ende der Narkose einzuleiten.“

 

Und wieder zurück zum Dr. A., dem Anästhesisten:

„Die Art der Narkose wird im Vorfeld von uns bestimmt. Während der OP wird dann, wenn der Blutdruck steigt- entsprechend nachjustiert.“

Und in diesem Fall wurde es unterlassen!!! Warum?

Es scheint so, dass der Dr. A., der Oberarzt, der die Narkose überwachte, zum Sündenbock gemacht wurde, um den hochgelobten Chefarzt der HNO Abteilung, Dr. D. zu schonen.

Seine Anwältin versuchte noch etwas über Standartwerte, die bei derartigen OP gelten, ihn zu entlasten, der Gutachter hat sie aber sehr schnell zurückgerufen.


Der Dr. L., der den Aufklärungsbogen seitens der HNO Abteilung vorbereitet hatte, obwohl er auch nicht berechtigt war, Matthias als Privatpatienten zu behandeln und zu beraten:

„Es ist richtig, dass nicht aufgeführt ist die Septum OP."


Der Anästhesiegutachter, Prof. L. erklärte die Blutdrucksituation während der OP und macht eine Schlussbemerkung:

„…bei so einem Blutdruckanstieg müssten bei dem Anästhesisten dabei sämtliche Lampen angehen!“

 

Alle Ärzte hatten ein Teilgedächtnisverlust, es scheint, als ob eine Epidemie in den Märkischen Kliniken ausgebrochen wurde- eine „ärztlich-gerichtliche Totalamnesie“. Wenn so Etwas mir passieren wurde, wurde ich mir noch nach 40 Jahren an jede Einzelheit erinnert. Ich persönlich kann mir noch an das Wetter an dem Tag erinnern. So etwas passiert doch nicht jeder Tag, oder?

Ich hatte so einen Eindruck- das ist nur mein Eindruck nach den Erklärungen der für die OP verantwortlichen Ärzte, dass es in den Lüdenscheider Kliniken jede Woche tödliche OP Unfälle waren, so dass die Ärzte jedes einzelne Ereignis nicht mehr richtig zugeordnet könnten.

Komischer weise konnten sich der Operateur und die Anästhesisten aber daran erinnern, dass alle 3 Teile der OP gemacht werden sollten, also auch die Septum OP, obwohl die Septum OP weder in der HNO Dokumentation noch in der Anästhesiedokumentation eingetragen war.

„Was in dem Aufklärungsbogen steht, ist auch maßgeblich für das, was in den OP-Plan eingetragen wird.“  Dr. L.

(Siehe oben die Aussagen des Dr. S. und Dr. L.)


Und die Unfallzeit bleibt für immer verborgen!?

Zu Erinnerung, aus der Klageerwiderung vom 26.10 2011, Seite 4:

„Operativ sollte in Narkose die Nasenscheidewand begradigt, die Nasenmuscheln verkleinert und die Nasennebenhöhlen saniert werden.“

Und wieder die Fragen- wer lügt und wer die Wahrheit sagt. Oder alle lügen und die Wahrheit sieht ganz anders aus?

Das hat mir bestätigt, dass in den Märkischen Kliniken ein totales Organisationschaos herrschte. Ich wurde sagen: ein Affentheater, aber ich will die Affen nicht beleidigen!

In einem Dorfkrankenhaus in einem Land der dritten Welt wurde bestimmt mit mehr Sorgfalt und Verantwortung vergleichbare Operation durchgeführt, auch wenn die Ärzte dort nicht die modernste Technik zu Verfügung hätten.

Oder würde in dem Krankenhaus das ganze Jahr Karneval gefeiert?

So wie bei der OP, so wurde weiter auch vor dem Gericht nur Theater gespielt und gelogen, was das Zeug hält.

Schon nach der Sitzung, im Flur des Gerichts, haben sich alle Ärzte um ihre Rechtsanwältin versammelt. Sie wirkten irgendwie sehr erleichtert und froh, obwohl der Gutachter gravierende Fehler festgestellt hatte. Sie haben auch ihrer Anwältin gratuliert. Es schien mir so, dass sie noch etwas zu verbergen hatten und waren froh und glücklich, dass es nicht ans Tageslicht gekommen war.

 

Am 1.06.2016 wird eine Entscheidung durch der Vorsitzenden Richter verkündet.


01.06.2016

Das Urteil ist gefallen!

Das Klinikum, der Chefarzt der Anästhesie und der verantwortliche Anästhesist wurden schuldig gesprochen, an Matthias eine fehlerhafte und rechtswidrige Behandlung durchgeführt zu haben.

Die Klage gegen die anderen Ärzte wurde abgewiesen, auch gegen den Chefarzt, der für die gesamte OP verantwortlich war. (Schnibi-Schnabi)

Ich kann eins nicht verstehen- wieso oder warum haben sich die Anästhesisten so zum Sündenböcken gemacht.

Ich habe schon mehrmals hier die Frage gestellt, was  während der OP alles falsch abgelaufen ist, dass die Wahrheit um jeden Preis vertuscht werden sollte.
Sogar die Anwältin der Ärzte, die, meiner Meinung nach, eine gute Anwältin für Medizinrecht ist, hatte sich sogar zum Affen mit ihren Äußerungen über die „Unterstreichung“ der Septum OP gemacht, nur um die Wahrheit zu verschleiern.
(wie manche unseren Bekannten sich über sie geäußert hatten)

 Jetzt heißt es wieder-abwarten, die Frist für eine Berufung läuft am 6 Juli ab.


28.0
7.2016

Es ist doch wahr. Heute haben sich meine Vermutungen bestätigt. Wir haben einen Brief unseren Anwalt  mit der Abschrift der Berufung bekommen, die bei dem Oberlandesgericht eingegangen ist.  

Und ich bin jetzt der Berufungsbeklagte. Die Begründung wird später nachgereicht. (Man müsste sich schließlich gut überlegen, wie man aus der Misere rausreden will- sprich neue Versionen ausdenken)

Hier an dieser Stelle musste ich mich eigentlich bei der Rechtsanwältin der ERGO Versicherung und der Ärzte bedanken.

Ich wollte selber in die Berufung gehen, weil vor dem Landgericht nicht die ganze Wahrheit über die wahren Ursachen des Unfalls herausgefunden wurde.

Nur Annas schwere Depressionen und unser Anwalt haben mich davon abgehalten. Aber im Innerem wusste ich, dass das die Anwältin der Gegenseite für mich machen wird. Also Danke!

Unser Anwalt vertritt die Meinung, dass wir  die Ursachen nicht benennen und beweisen müssen, es wurde reichen, wenn die Gutachter grobe Kunstfehler feststellen werden, was sie auch gemacht haben.

Aus dem gerichtlichen HNO Gutachten:

„Die Verletzung der inneren Halsschlagader ist eine äußerst unwahrscheinliche und sehr seltene Komplikation. Die Verletzung folgte in dem vorliegenden Fall über einen Mechanismus, der sich in der gesamten wissenschaftlichen Literatur so nicht findet.“

An einer anderen Stelle:

Diese Verletzung beruht auf einem außergewöhnlichen Verletzungsmechanismus, der vorher nicht beschrieben wurde, bzw. bekannt war.“

Ich werde jetzt selber noch mal nach der Wahrheit forschen. Mein Gefühl und die Engelchen sagen mir, dass alles in den vorhandenen Gutachten und der Dokumentation zu finden ist. Irgendwie bis heute können wir das nur nicht finden. Mir ist aber auch klar, dass es direkt vor meiner Nase liegt.

Durch die verschiedenen Aussagen der Ärzte ist der „Mechanismus des Unfalls“, also die wahren Ursachen so verschleiert, dass sogar keiner der Gutachter das finden konnte.

Ich kenne schon die Ursachen, das sind mehrere, ja, mehrere, nur bis jetzt kann ich es noch nicht beweisen.

Aber durch die „Berufung“ hat mir die ERGO Versicherung noch mal viel Zeit verschafft- dafür noch einmal Danke schön!  

Und wenn ich die gesamte Dokumentation und die Gutachten 10- oder sogar 20-mal lesen muss, eins kann ich versprechen- ich finde die Wahrheit.


Es ist ein altes Sprichwort, man sollte alte Sch..ße liegen lassen. Je länger darauf gefummelt und gekratzt wird, desto mehr wird es stinken.

Und es wird zum Himmel stinken, das kann ich auch versprechen.


Bis jetzt war ich immer der, der dem Vergleich zugestimmt hatte. Es sind seit dem tragischen OP Unfall schon 8 Jahre vergangen und kein Schwein, (das ist vielleicht hart geschrieben, aber ich finde kein anderes passendes Wort für das Vorgehen der Ärzte, deren Anwältin und Versicherung) kümmert sich um Matthias und uns.

Ich muss mich noch mal widerholen- man hat Matthias bis jetzt 8 seiner besten Jahre beraubt und das war nicht „schicksalhaft“, wie die Anwältin der Ärzte das zu verkaufen versucht.

Unser Leben ist auch seit dem 9.07.2008 auf den Kopf gestellt- Anna ist wegen Depressionen schon wieder 11 Monate krankgeschrieben, auch 5 Wochen REHA haben nicht geholfen, und wenn es so weitergeht, wird sich das in die Weite ziehen. Sie wird erst dann gesund, wenn die Ursache der Krankheit verschwindet. Und die Ursache liegt in der Psyche, das ist das Vorgehen der Ärzte, deren Anwältin und deren Versicherung nach dem OP Unfall. Wird der Prozess zu Ende, wird wenigstens eine Sache weniger, mit der wir täglich konfrontiert werden.

Sie ist nicht so wie ich, sie ist eine Frau und Mutter, die mit ihrem Sohn und um ihn leidet. Sie will die Erfolge schneller sehen, hat Angst um jeden Rückfall, obwohl sie versteht, dass Matthias und wir das Unmögliche geschafft haben- er hat den tödlichen OP Unfall nicht nur überlebt, sondern sitzt nicht mehr im Rollstuhl und kann sich frei zu Hause bewegen. Der Rest kommt auch noch, meine Engel lügen nicht!

Ich weiß, man braucht für so ein Prozess viel Geduld und Ausdauer, die Versicherung versucht, uns zu zermürben, dass wir dann schneller aufgeben oder mit viel kleinerem Betrag uns zufriedengeben.

Aber bei mir liegen sie ganz falsch, versprochen.

Genug gemeckert- das Wichtigste ist, dass Matti weiter die Therapien bekommt und immer noch kleine Fortschritte zu verzeichnen sind.

Und dafür bin ich SEHR DANKBAR. 

Also an die Arbeit- fertig- los!

Wie unsere Kanzlerin sagte- „wir schaffen das“!


29.09.16

Heute haben wir die Begründung der Berufung erhalten. Ich musste es 2-mal lesen, so überrascht war ich von dem Text der Frau RA der Ärzte und deren ERGO- Versicherung.

Ein Freund von uns, der das zu lesen bekam, hat mich nachher gefragt, ob das Gewissen der Anwältin der ERGO Versicherung sich zeigte und sie jetzt für uns arbeiten würde, da die Berufung ich nicht besser schreiben könnte.

Dan die Reflexion meinerseits- nein, das ist nur ein weiterer Trick. Bis jetzt hat sie nur versucht, uns klein zu kriegen und zu zermürben, warum sollte sich das auf einmal ändern?

Aber zuerst, so wie ich das verstehen konnte, hat sie in ihrer Berufung meine bisherigen Vermutungen, die ich vorher hier schon geschildert habe, bestätigt:

11)   Dass die Narkose nur als eine Standartnarkose- also für die Septum OP injiziert wurde.

2)   Die Ärzte überhaupt nicht kommuniziert haben und der Anästhesist keine Ahnung über die OP hatte.

3)   den Aussagen des Operateurs, Dr. D. und der Anästhesisten vor dem Landgericht Hagen am 20.04.16, dass sie während der OP kommuniziert haben, widersprochen.

4)   Ihren ganzen Schriftverkehr und deren Feststellungen, die sie in den 8 Jahren mit uns und dem Gericht geführt hatte, selber widersprochen.


Hier muss ich die Frage stellen, ob eine Anwältin vor dem Gericht ständig neue Versionen des Geschehen präsentieren, also irgendwie lügen darf?


Es scheint mir so, dass wenn Dr. D. und die anderen Ärzte freigesprochen sind, dann kann man die ganze Schuld jetzt auf den Dr. D. schieben. Der ist eben schon freigesprochen worden.

Aber der Reihe nach:

Die RA, beruft sich jetzt auf das ERGO Gutachten von Prof. R, wo steht, dass die Ärzte nicht über die OP kommuniziert haben. Das habe ich selber vor kurzem in 14 Punkten aufgelistet.

 

Das ist die kurze Fassung der Begründung:

1)   Berufungsschrift, Seite 3:

"Zu Unrecht hat das Landgericht so genannte (grobe) Behandlungsfehler durch die Beklagten angenommen. Rechtsfehlerhaft hat das Landgericht in der eingeleiteten und durchgeführten Narkose einen groben Behandlungsfehler angenommen.

Das Gericht und der gerichtliche Sachverständige, Prof. Dr. L., haben sich nicht
hinreichend mit dem diesseits vorgelegten Privatgutachten des Herrn Prof. Dr. R.,
auseinander gesetzt."

An dieser Stelle muss ich sofort mein Kommentar dazu abgeben.

Warum beschuldigt die Anwältin jetzt den Richter für eine fehlerhafte Durchführung des Prozesses?

Er hatte sein Urteil nur nach den Aussagen aller Ärzte gefällt, wo alle bestätigt haben, miteinander zu kommunizieren. Die Anästhesisten, laut ihren Aussagen, wussten auch über alle 3 vorhergesehene Operationen, die bei Matthias durchgeführt werden sollen.

Das ist schon, meiner Meinung nach, eine "Frechheit hoch 3"

Die sehr geehrte Anwältin, die diesen Satz geschrieben hatte, war doch bei der Verhandlung in Hagen persönlich anwesend. Wieso sie nicht sofort auf die "nicht hinreichende Auseinandersetzung“ reagiert hatte, um die „Sache“ direkt im Gerichtsaal aufzuklären?

Sie könnte doch den Hinweis an den vorsitzenden Richter und den gerichtlichen Gutachter geben, dass die Aussagen ihren Mandanten falsch sind, oder?

Vor dem Gericht hat sie leider geschwiegen; ist ihr das erst nach einem halben Jahr eingefallen?

Ging es nicht darum, zuerst die HNO Ärzte frei zu bekommen, um nachher die ganze Schuld auf die zu schieben?

Oder wie immer bei diesem Prozess, um ihn weiter in die Länge zu ziehen.


Weiter aus der Berufung:
"Wie bereits in dem Privatgutachten des Herrn Prof. R., welches mit Schriftsatz vom 16.04.2014 zu den Gerichtsakten gereicht wurde, hat Herr Prof. Dr.
R. auf Seite 20 seines Gutachtens ausgeführt, dass ein anästhesiologischer Fehler
nicht feststellbar sei. Die Narkose sei entsprechend den Standards durchgeführt worden. Mit einer Bewegung eines anästhesierten Patienten müsse grundsätzlich seitens des
Operateurs gerechnet werden, es sei denn, der Bedarf einer absoluten Bewegungslosigkeit
werde dem Anästhesisten mitgeteilt, sodass er eine Muskelrelaxation durchführen kann. In Situationen, in denen es durch eine Aufwachreaktion und konsekutiver Bewegung zu fatalen Folgen kommen könne, sei nach Auffassung des Gutachters zwingend seitens des
Operateurs dem Anästhesisten zu kommunizieren, dass der Patient sich nicht bewegen
dürfe. Dann könne der Anästhesist dies durch eine adäquate Muskelrelaxation oder betonte weitere Vertiefung der Narkose ermöglichen.“

und weiter:

„Weder aus den Akten noch aus sonstigem Vortrag ergibt sich, dass hier eine entsprechende Mitteilung seitens des Operateurs erfolgt ist. Dies war nicht der Fall. Der Anästhesist, der Beklagte zu 6). wusste nicht, dass hier eine absolute Bewegungslosigkeit hergestellt werden musste.“

2)   Berufungsschrift, Seite 5:

„In Fällen, in denen eine absolute Beweglosigkeit gewährleistet sein muss, ist es Aufgabe des Operateurs dies dem Anästhesisten konkret mitzuteilen. Dies war im vorliegendem Fall nicht geschehen. Insofern konnte hier nur die übliche Standartnarkose wie in solchen Operationsarten üblich, durchgeführt werden.“

Was heißt eine „Standartnarkose“? Nur für Septum?

Das bestätigt meine Theorie, die ich so oft schon hier beschrieben habe, dass die verantwortlichen Ärzte überhaupt nicht miteinander kommuniziert haben! 

Noch mal die fehlende Kommunikation-

3)   Berufungsschrift, Seite 5:

„… Prof. Dr. L. ist dieser ausgegangen, dass die Anästhesisten über die Operationsart definitiv Bescheid wussten und dass man ihnen gesagt habe, dass eine Bewegungsunfähigkeit hergestellt werden müsse. Dies war nicht der Fall.“

Und noch mal-

4)   Berufungsschrift, Seite 4:

„Der Sachverständige, Prof. L. hat ausgeführt, dass bei dieser Art der Operation es erforderlich sei während der gesamten Operation muskelentspannende Mittel zu geben. Dies muss nur gegenüber den Anästhesisten kommuniziert werden, da diese nicht wissen, was konkret der HNO Arzt für eine Operation durchführt.“

Das ist der Hammer!

Jetzt auf einmal wissen die Anästhesisten nicht, was der HNO Arzt operiert?! Wie kann man dann die Narkosedosierung einstellen?
Hatte ich doch Recht, als ich vor ein paar Jahren hier die Frage gestellt habe, ob die Anästhesisten für die Narkosedosierung Lose gezogen oder gewürfelt hätten?
(Bei der Schicksalserklärung)

Hat der Anästhesist den OP Plan doch nicht gelesen und nicht mit dem Operateur Dr. D. über diese OP gesprochen, wie beide Ärzte vor dem Landgericht in Hagen noch behauptet haben?


Wenn ich Etwas nicht weiß, was für mich wichtig ist, frage ich einfach nach. Aber ich bin eben kein "Gott in Weis."


Die „Götter“ von den Märkischen Kliniken brauchen das anscheinend nicht. Die wissen doch alles besser.

Freiwillig geben die Ärzte und ihre  RA  in ihren Aussagen auch einen Einblick über die erbärmlichen und lebensbedrohlichen Zustände zur Zeit des OP Unfalls in den Märkischen Kliniken, die auch zu den Unfallursachen bei dem Privatpatienten gehören.

Ich habe mir erlaubt, die Fehler, die wir schon kennen, zusammenaufzulisten. Das ist das Ergebnis:

  1. Die Aufklärung vor der OP seitens Dr. D. war nicht vollständig- die Gefahr bei der OP wurde runtergespielt- nur „eine kleine Schnibi-Schnabi“, und Selbstlob über große Erfahrung mit Navi OP´s.
  2. Ein totaler Organisations-Chaos bei der Dokumentationvorbereitung in den Märkischen Kliniken in Lüdenscheid
  3. Dr. L., ein Assistenzarzt war nicht berechtigt, die OP Dokumentation seitens HNO für den Privatpatienten vorzubereiten
  4. Falsch ausgestellte OP Dokumentation seitens HNO (nur NNHS, Conchotomie)
  5. Betrug seitens Prof. U., den Chefarzt der Anästhesie, bei der Dokumentationsvorbereitung für die Anästhesie- Dr. S. war nicht berechtigt, die Dokumentation für den Privatpatienten vorzubereiten.
  6. Falsch, nur Anhang eines Gesprächs mit dem Patienten ausgestellte Dokumentation von Dr. S. „dass mir der Patient gesagt hat, welche Art der Operation bei ihm gemacht wird.“  (Septum)
  7. Falsch ausgesteller OP Plan- nur NNHS und Conchetomie (deswegen ist der von den Ärzten entsorgt worden
  8. Vier Dokumente mit 3 unterschiedlichen Angaben für die eine OP:       

    ·      Einverständnis zu der OP- Septum OP, NNHS mit Navi, Conchotomie.

    ·      HNO Dokumentation- NNHS mit Navi, Conchotomie.

    ·      Anästhesie Dokumentation- Septum.

    ·      OP Plan- NNHS mit Navi, Conchotomie.

     Der Operateur hatte aber vor, alle 3 Teile der OP durchzuführen:
                       
    Septum OP, NNHS mit Navi und Conchotomie

  9. Keiner der Ärzte hat den OP Plan vor der OP gelesen- sonst müsste denen einfallen, dass es Differenzen zwischen den verschiedenen OP Dokumenten gibt.

  10. Die Narkose wurde nur für die Septum OP gegeben, also für wie üblich, 15 bis maximal  20 Minuten. (Standard-Narkose, Wäre bei dieser Operation nicht der Saugpointer zum Einsatz gekommen"- Worte der RA der Ärzte!)
  11. Der Anästhesist, Dr. A., verlässt den OP Saal vor der gefährlichsten Phase der OP mit den Worten "Das Ende der gesammten OP"
  12. Es wird ein „Anfänger“, der dafür nicht berechtigt war, für die Überwachung der Narkose, in der „Endphase der OP“ laut Anästhesie eingesetzt, wo der Operateur gerade mit der gefährlichsten Phase der OP an der Schädelbasis anfing- Navi OP.
  13. Keine Reaktion des „Anfängers“ auf den Blutdruckanstieg, obwohl er gewusst hatte, was der Navi Einsatz bedeutet: „Es ist für mich als Anästhesist auch klar, dass dann, wenn der Saugpointer zum Einsatz kommt, dieses zum Bereich der Operation Nasennebenhöhle gehört. Der Beklagte zu 7) (Dr. K.) bestätigt dies.“
  14. Keine Kommunikation vor und während der OP bis zu dem Unfall zwischen dem Operateur, Dr. D. und dem verantwortlichen Anästhesisten, Dr. A.
  15. Missachtung aller Regeln der ärztlichen Kunst seitens Dr. D. und Dr. A. Der Anästhesist verlässt den OP Saal vor der gefährlichsten Phase der OP mit den Worten an Dr. K. -"das Ende der gesammten OP" , ohne nachzufragen, ob die OP wirklich zu Ende sei!
  16. Der Operateur operiert seelenruhig weiter, obwohl der verantwortliche Anästhesist nicht im OP Saal war und er sich nicht versichert hatte, ob die Narkose noch wirksam wäre.
  17. Sorglosigkeit, Routine und Hochmut seitens Dr. D., den Operateur, bei der OP.

 

17 Fehler bei einer OP ist dass noch standard oder wirklich, wie ich schon hier vermutet hatte, haben die Ärzte in den Märkischen Kliniken in Lüdenscheid den Haloowen gefeiert.

Die Frau RA der Ärzte hatte bis jetzt in all ihren Schreiben behauptet, dass die Anästhesisten genau Bescheid wussten, was operiert werden sollte und vor dem Landgericht Hagen wurde das von den Anästhesisten, Dr. A. und Dr. K. noch mal bestätigt.

Aus dem Gerichtsprotokoll vom 20.04.2016, Aussage des Anästhesisten, Dr. A., Seite 4:

„Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, ob wir mündlich kommuniziert haben. Es gab einen OP-Plan. Wir wussten auch, dass sowohl eine Septum-OP als auch eine Nasennebenhöhlen-OP anstand.“

Und weiter auf Seite 5:

„Es gibt keine ausdrückliche mündliche Information seitens des Operateurs, dass jetzt der Saugpointer zum Einsatz kommt. Das sieht man ja auch.“

„Es ist für mich als Anästhesist auch klar, dass dann, wen der Saugpointer zum Einsatz kommt, dieses zum Bereich der Operation der Nasennebenhöhle gehört.“

Und genau zu diesem Zeitpunkt verlässt er den OP Saal mit den Worten an den Assistenzarzt, Dr. K., dass die OP zu Ende sei!

Berufungsschrift, Seite 4:

Wäre bei dieser Operation nicht der Saugpointer zum Einsatz gekommen, so wäre die durchgeführte Narkose als ausreichend anzusehen. Für eine „normale“ Operation ohne Saugpointer wäre die Dosierung der Narkosemittel ausreichend gewesen.“

Was heißt: „wäre nicht der Saugpointer zum Einsatz gekommen…“?

Was heißt: „eine „normale“ Operation?

Ich bin der Meinung, dass jede OP eine normale OP ist, für die ein OP Plan vorhanden ist, der auch durch alle an der OP beteiligten Ärzte gelesen wurde.
Oder gibt´s bei den Märkischen Kliniken noch unnormale-, extra-, Spaß- oder wie kann man die noch bezeichnen OP´s?

Dies bedeutet, dass Dr. A, der Anästhesist, keine Ahnung über den gesamten Verlauf der OP hatte. Das war auch keine „normale“ OP, es waren 3 Teile von dem Operateur, Dr. D. vorgesehen. Was heißt „eine normale OP?“ Nur Septum?

Für die „Septum OP“, die zuerst gemacht worden ist, war die Narkosedosierung zwar knapp, aber noch ausreichend, der OP Unfall ist auch nicht bei der Nasenscheidewand (Septum) OP passiert, sondern am Anfang der „NNHS“ mit der „Navi“ und da war die Narkose eben nicht mehr ausreichend, sondern null!

Zur Erinnerung- Aus dem OP Bericht:

 „Zuerst Septumkorrektur. …Es wird dann das Navigationssystem in Position gebracht und eingescannt, zunächst mit dem geraden Saugpointer und die Fehlerabweichung bestimmt.“

 

Erste Bestätigung der Frau RA der ERGO, dass die Anästhesisten die Narkose nur für die Septum OP gegeben hatten.

Berufungsschrift, Seite 5:

„Dieser (Prof. L.) hat in seinem Lehrbuch eindeutig ausgeführt, dass bei Nasenscheidewandoperationen eine Muskelrelaxierung nicht durchgeführt werden müsse.“

Die zweite Bestätigung, dass die Narkose nur für die Septum OP gegeben war.

Berufungsschrift, Seite 5:

„Auch die Reaktion auf die Notsituation war adäquat. Auch bei Kenntnis der Tatsache, dass eine Nasenscheidewandoperation durchgeführt wird, war die Narkoseart korrekt, zumindest medizinisch noch vertretbar.“

Vor dem Landgericht Hagen hat die Frau RA und die Anästhesisten aber noch behauptet, dass die „Septum OP“ kurzfristig vor der OP gestrichen und nicht gemacht wurde.

Wurde jetzt die Septum OP doch gemacht? Wer lügt und wo die Wahrheit liegt?

Würde die Muskelrelaxierung für eine NNHS mit Navi nicht notwendig? Oder doch? Darüber kein Wort.

Nochmal, der Unfall passierte nicht bei der Septum OP, sondern am Anfang des 2 Teil der OP, der Nasennebenhöhlensanierung mit dem Navigationsgerät!

Es schein mir so, dass die Frau RA den Überblick über die OP komplett verloren hätte, oder sie ist die ungekrönte Königin der Manipulation, Verwischung und Verschleierung.

Ein kurzes Beispiel, hier muss ich mich mit diesem Zitat wiederholen:

1)   Berufungsschrift, Seite 4:

„Der Sachverständige, Prof. L. hat ausgeführt, dass bei dieser Art der Operation es erforderlich sei während der gesamten Operation muskelentspannende Mittel zu geben. Dies muss nur gegenüber den Anästhesisten kommuniziert werden, da diese nicht wissen, was konkret der HNO Arzt für eine Operation durchführt.“

Wenn man den Text so liest, scheint es so, dass das alles Worte des Gutachters, Prof. L., sind.

Ist das wahr? Nein!

Im Gerichtsprotokoll auf Seite 11, Aussage Prof. L. steht:

„Hier, bei dieser Operation, so erklärt der Sachverständige, Prof. L., ist es erforderlich, während der gesamten Operation muskelentspannende Mittel zu geben, weil, wie ich bereits vorhergesagt habe – es hier keine sehr tiefe Narkose gegeben hat.“  Zitatende.

 

„Dies muss nur gegenüber den Anästhesisten kommuniziert werden, da diese nicht wissen, was konkret der HNO Arzt für eine Operation durchführt.“

Ich habe diese „Aussage“ des Gutachters, Prof. L., in dem Gerichtsprotokoll nicht gefunden, dafür aber die:

Gerichtsprotokoll vom 20.04.2016, Seite 7, Prof. L.:

„Wichtig für den Anästhesisten ist, die Information seitens des Operateurs, wie lange die Operation noch ca. dauern würde oder in welchem Stadium der OP nunmehr ist.“

Das sind nur Worte der Frau RA der Ärzte und deren ERGO Versicherung, die einfach so dem Gutachter zugeschrieben wurden.

Deswegen gibt die Frau RA auch keine genauen Ursprungsquellen, es sollte der Eindruck erweckt werden, dass alle Zitate des gerichtlichen Gutachters, Prof. L. sind.

Zur Erinnerung- aus der Klageerwiderung RA Dr. J. vom 05.06.2015, Seite 3:

„lm Übrigen hat auch im vorliegenden Fall unmittelbar vor der Operation eine Kommunikation zwischen Operateur und Anästhesist stattgefunden, wie dies stets vor jedem Eingriff stattfindet.“

und weiter auf Seite 4:

„Die Beklagte zu 9.) hat nicht nur die Septum-OP vermerkt, sondern ist so, wie oben beschrieben, vorgegangen.  Es findet immer eine persönliche Abstimmung der durchzuführenden Operation unmittelbar vor der Operation, also vor Einleitung der Anästhesie, mit den Operateuren statt. Und somit ist auf die faktisch durchgeführte Operation mit der entsprechenden Anästhesie reagiert worden.“

 

Wie wäre es, wenn ich jetzt sagen würde, dass ich einen Bekannten von dem Chefarzt, Dr. D. getroffen habe und mich mit ihm über den OP Unfall unterhalten habe?

„Er hätte mir erzählt, dass Dr. D. dem Anästhesisten mitteilen wollte, dass Matthias sich nicht bewegen dürfte, leider war weit und breit kein Anästhesist da. Wem sollte er denn das sagen?

Da er aber auf seine Chefarztprämie für bestimmte Anzahl an OP´s nicht verzichten wollte und noch weitere OP im Programm standen, hat er eben ohne den Anästhesisten weiter operiert.“

Hätte ich überhaupt dieses Gespräch geführt? Welche Worte wären die des Bekannten und welche meine?

So kann man schön mit Worten manipulieren. Ich lasse es erstmal ohne jeglichen Kommentar.

 

Zurück zur Berufungsschrift, Seite 4:

„Auch der Sachverständige Prof. L. hat erklärt, dass ausreichend ist, eine tiefe Narkose herbeizuführen und das nicht noch eine Relaxometrieüberwachung stattfinden muss. Insofern kann hieraus nicht noch ein Verstoß bzw. ein Behandlungsfehler konstruiert werden.“

Was die Relaxometrie angeht, die Frau RA angesprochen hat, kann ich, als Laie, der Fachanwältin für Medizinrecht, erklären, dass ein einfaches „Kneifen“ an der Hand gereicht hätte, um die Wachheit zu kontrollieren und festzustellen. Man braucht dazu kein Spezialgerät!

Aber warum sollte man die Relaxometrie anwenden, wenn die OP laut Dr. A., den Anästhesisten, zu Ende war?

Es ist im Prozessverlauf am 20.04.16 auch bewiesen worden, dass die Narkosedosierung auch nicht tief, sondern viel zu flach war!

 

Zur Erinnerungsauffrischung- Prof. R., Ergo- Gutachter, den die Frau RA so gerne zitiert, Seite 30:

„Wie Prof. L. ist der jetzige Gutachter der Auffassung, dass zum Zeitpunkt des Zwischenfalls die Narkosemedikation- seien es Hypnotika, die Opiate oder des Muskelrelaxans- eine Bewegungslosigkeit nicht garantiert konnten.“

Und weiter:

„Wäre dies die Intention der Anästhesiologie gewesen, so hätte man sicher mit der Relaxometrie nachgewiesen, dass zum Zeitpunkt des Zwischenfalls keine adäquate Muskerelaxanswirkung mehr vorhanden war.“

 

Ich kann jetzt sagen, dass zum Zeitpunkt des Unfalls die Narkose NULL war!

Berufungsschrift, Seite 4:

„Sofort, als die ersten Reaktionen zu sehen waren, wurde hierauf adäquat reagiert.“

Der Blutdruck stieg ganze 13 Minuten lang, von 9.05 bis 9.18 Uhr und keiner hat reagiert, weil eben die OP laut den Anästhesisten dem Ende nahte.

 

Da ich immer mehr Zeit durch die Verzögerungen geschenkt bekomme, habe ich mich, wie versprochen, noch mal und noch mal mit der OP Dokumentation beschäftigt.

Es ist mir erst jetzt eingefallen, dass dort ganz große Unstimmigkeiten sind.

Der Operateur, Dr. D. in seinem OP Bericht geht davon aus, dass der Unfall gegen 10 Uhr passierte.

Anästhesiologisches Gutachten Prof. B., Seite 15:

„Vergleicht man Narkoseprotokoll mit dem Operationsbericht, so ergeben sich erhebliche Zeitdifferenzen bezüglich des genauen Zeitpunktes, wann der Zwischenfall eintrat. Nach dem OP-Bericht ist von ca. 10. 00 Uhr auszugehen (wird der Patient ... gegen 10. 30 Uhr nach Essen transportiert, ... der umgehend bestellte Hubschrauber war nach ca. 1/4 Stunde bei uns vor Ort, so dass etwa eine 1/2 Stunde nach Eintritt des Ereignisses die Verlegung stattgefunden hat).

Vor dem Gericht am 20.04.2016, hat der Chefarzt, Dr. D. seine Zeitangabe schon leicht korrigiert.

Gerichtsprotokoll vom 20.04.2016, Seite 4:

„Ich würde sagen, hier konkret bei Herrn Miemczyk habe ich ca. 30 - 35 Minuten operiert, bis es zu dem Zwischenfall gekommen ist.“
(OP Beginn 9.00 Uhr- Anm. E.M.)

 

Aber um 9.20 Uhr, 10 bis 15 Minuten vor seiner Unfallzeitangabe vor dem Gericht und 40 Minuten in dem OP Bericht, wurde schon das Blutvolumenmittel HES verabreicht.

ERGO Gutachten Prof. S., Stellungnahme Anästhesist Dr. A. Seite 14:

„Zur Behandlung des hämorrhagischen Schocks wurden dem Patienten Kochsalz- und Stärkelösung infundiert sowie Erythrozytenkonzentrate (rote Blutkörperchen) transfundiert.“ (HES)   

Und um 9.29 Uhr die Blutkonserven bestellt:


 

 

An dieser Stelle würde ich ein Ratenspiel, sowas wie „wer wusste das“ sehr gerne machen.

 

Was bedeuten diese Differenzen für die Wahrheit über die OP? 

A) Dr. D. verfügt über hellseherische Fähigkeiten und hat den Unfall vorausgesehen

B)  Er kennt die Uhr und die Zeitmessung nicht

C)   Er hat über die Unfallzeit in seinem OP Bericht und vor dem Landgericht gelogen

D) War die Gabe von HES schon um 9.20 Uhr eine „überobligatorische ärztliche Führsorge“ seitens Dr. D.?

 

Im Ausschlussverfahren bin ich zu diesem Ergebnis gekommen:

 

Zu A) Diese Fähigkeit, in die Zukunft zu sehen, hat er nicht, sonst müsse die OP unterbrochen werden oder wenigstens müsse der Unfall vermieden werden- kann ich also ausschließen.

Zu B) Das könne ich bei bestem Willen nicht glauben- kann ich auch ausschließen.

Zu C) Das wäre möglich und hätte Sinn.

ZU D) Das kann ich nicht glauben. Bei der sehr geizigen Narkosedosierung bei der OP, am unteren Limit, wie das die anästhesiologischen Gutachter festgestellt haben, und die Anwältin letztendlich so formuliert habe: „... war die Narkoseart korrekt, zumindest medizinisch noch vertretbar.“ -kann ich auch ausschließen. Das hätte Geld gekostet und rein fürsorglich wird es keiner machen.

 

Ich tippe auf C)

Habe ich gewonnen?

Ich meine „JA“

 

Wie würden Sie tippen, liebe Leser? Auch so wie ich?


Die Unfallzeit

Gerichtsprotokoll vom 20.04.16, Aussage Dr. A., Seite 10:

„Die 5 mit Sternchen ist während des laufenden Narkosebetriebes dokumentiert worden.“ (Piritramid- EM)

 

Gerichtliches Gutachten, Prof. L., Seite 15:

„Durch die extrem niedrige Anfangsdosierung und die allmählichen, jedoch viel zu zögerliche Dosierungssteigerungen, insbesondere der Schmerzmedikamente wurde eine ausreichende und angemessene Narkosetiefe erst nach Eintreten des Zwischenfalls erreicht.“ (um 9.18 Uhr-    10 mg/kg/h Propofol und 0,5 µg/kg/min Remifentanil (EM))

 

Resümee:

Der Unfall ist kurz nach der Gabe von Piritramid um 9.15 Uhr und vor der Gabe 10 mg Propofol als Bolus um 9.18 Uhr, genau zwischen 9.16-9.17 Uhr passiert!!!

Wenn ich Recht mit meiner „Logik“ habe, ist die Verlegung in das Klinikum in Essen viel später erfolgt, als aus dem OP Bericht zu entnehmen ist oder nicht „sofort“ laut der RA der ERGO Versicherung.

Der Hubschrauber ist erst um 11.12 Uhr aus Lüdenscheid gestartet, in Essen ist er um 11.34 Uhr gelandet!

Jeder kann sich die „Schnelligkeit der Verlegung“ ausrechnen.

11.34 Uhr -9.16Uhr =?

 

14 Oktober 2016

Heute haben wir die Anschlussberufung von unserem Anwalt bekommen, wo alle Ärzte, die im ersten Prozess freigesprochen waren, noch mal angeklagt werden, da die laut ihrer eigenen Anwältin vor dem Landgericht gelogen haben.

Es wurde noch mal auf ein totaler Organisationsversagen der Märkischen Kliniken mit dem Auszug aus dem ersten Gutachten der ERGO Versicherung aus dem Jahr 2009 hingewiesen.

ERGO Gutachter Prof. Dr. S. vom 06.08.2009 (S. 36):

„Nach Auffassung des Unterzeichneten, hätte bei Herrn Miemczyk die Operation so lange nicht durchgeführt werden dürfen, so lange die von Herrn Klinikdirektor Dr. med. D. (den Beklagten zu 2) geschilderten Probleme im Zusammenhang mit Narkose im HNO-Bereich nicht geklärt und beseitigt worden waren."

Diese geschilderten Probleme mit Narkose im HNO-Bereich waren doch nicht beseitigt und geklärt, sonst hätte der tragische OP Unfall nicht passieren dürfen.

Würde in den Märkischen Kliniken an dem Tag der misslungenen OP (09.07.2008) Halloween gefeiert?

Mit so einem Gutachten versucht man über Jahre die Ärzte und die Märkischen Kliniken von jeder Schuld frei zu sprechen- nur unglaublich?

 

31.01.2017

Heute ist  ein Brief unseren Anwalt gekommen, wo er uns mitteilt, dass der Prozesstermin in Hamm wegen eines Rechtsfehlers in dem Urteil des Landgerichts in Hagen zuerst geplatzt ist. Es wird ein "schriftlichen Verfahren" zurück nach Hagen verlegt, so dass sich vermutlich Alles wieder um ein halbes Jahr verschieben wird.

 

13.02.2017

Ich habe noch mal die Fehlerliste bei der unglücklichen OP korrigiert- sind noch 2 Fehler dazugekommen, also insgesamt 17- in Worten siebzehn. Bei den so vielen Fehlern bei nur einer OP sollte das Krankenhaus, meiner Meinung nach, sofort zahlen und nicht warten, dass die Fehler ans Tageslicht kommen werden.

Der Prozess wird in LG  Hagen am 12 Oktober fortgesetzt. Mal sehen....





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